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Un'insalata mista

Im gut besuchten Jürg-Wille-Saal führten die beiden Musiker Marco Todisco und Andy Pupato durch einen Abend, an dem Lachen und Nachdenklichkeit Platz hatten.

Todisco sang auf Englisch, Schwiizerttüütsch, Französisch, meistens aber auf Italienisch. Wer der italienischen Sprache nicht mächtig ist, fragte sich natürlich während des ersten Songs, wovon denn dieser Mann am Klavier singe.

Und kaum hatte man sich die Frage gestellt, unterbrach er auch schon seinen Vortrag und meinte in breitem Bündner Dialekt: «Ich frage mich gerade, wer von euch mich versteht.»

In der Folge erzählte Marco Todisco jeweils eine Geschichte, die in mehr oder weniger engem Zusammenhang mit dem folgenden oder vorangegangenen Song stand. Diese zumeist alltäglichen, aber humorvollen Storys regten nicht nur den Cantautore zum Nachdenken an und wurden zu einem eigenständigen Bestandteil des Abends.

Fast wie Stand up Comedy

Man erfuhr also etwas über die Herkunft des Italo-Schweizers («Miini Heimat isch d’Chuchi») und begegnete der Grossmutter seiner Coiffeuse, die an Alzheimer litt. Man wurde eingeladen, beim letzten Abschied von Dimitri dabei zu sein und fühlte mit, wie ein übergrosser Harndrang den Abschied im Krematorium fast zur Nebensache machte. Man erlebte, wie ein Gefangener von einem gemeinsamen Leben mit der Angebeteten träumt, und wie die erste Kontaktaufnahme mit dem schönen Schneehäschen Sandra missriet. Und obwohl er in der Schweiz geboren wurde, musste Marco Todisco ein – wenn auch erleichtertes – Einbürgerungsverfahren über sich ergehen lassen, im Stil von «Schweizermacher 2.0».

Und so erlebten die Zuschauer lauter Geschichten, die phasenwiese beste Stand up Comedy waren, gelegentlich aber auch etwas lang gerieten. Ebenso farbig wie die Erzählungen waren die Lieder. Sie waren von getragen bis überbordend fröhlich. Sie packten die Hörerinnen und Hörer mit lateinamerikanischen Rhythmen und vielfarbigen Harmonien des Jazz.

Stimmungsvolle Begleitung

Begleitet wurde Todisco von dem hervorragenden Perkussionisten Andy Pupato. Er fand stets die richtige Stimmung und unterstützte die Aussagen der jeweiligen Songs mit Schlag- und Streicheleinheiten, die weit mehr waren, als man sich von einem klassischen Drummer gewohnt ist.

Ursprünglich waren andere Künstler für diesen Abend vorgesehen, doch diese mussten noch «Coronatermine» abarbeiten, sodass die Mittwochgesellschaft gezwungen war, erneut auf die Suche zu gehen. Mit dem Duo Todisco & Pupato ist ihr ein Glücksgriff gelungen, der alles andere als eine Notlösung war. Das Publikum dankte es ihnen allen mit stehendem Applaus.

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