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Mit einem blauen Auge davongekommen

Am letzten Samstag brannten in Meilen im Hafen auf der Höhe der Rosengartenstrasse fast 20 Boote lichterloh. Es gab drei Leichtverletzte und Sachschaden in Millionenhöhe. Der Hafen soll wieder aufgebaut werden.

Markus Boesch, der die Bootswerft Boesch in vierter Generation leitet und mit seiner Familie in Meilen wohnt, sass in Kilchberg im Büro der Firma, als er vom Brand im Hafen erfuhr, welcher im Eigentum der Werft steht.

Bergung in der Nacht

Schon auf der Fähre sah er die gewaltige Rauchsäule. «Als ich in Meilen ankam, war die Feuerwehr noch am Löschen», sagt er. Sofort meldete er sich beim Einsatzleiter der Kantonspolizei und erfuhr zu seiner Erleichterung, dass keine schwer Verletzten zu beklagen sind. Anschliessend half er mit bei den Aufräumarbeiten, dies in Zusammenarbeit mit dem AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft), welches die Leitlinien vorgab. Vier Mitarbeiter der Firma Boesch halfen bei den Bergungsarbeiten in der Nacht von Samstag auf Sonntag tatkräftig mit.

Um die bis zu zwei Tonnen schweren und je nach Modell mehr als sieben Meter langen Boote anzuheben, die teilweise gesunken und mit Wasser gefüllt waren, kam ein Kran der Autohilfe Zürich zum Einsatz. Am Sonntagmorgen um acht Uhr konnte die Kantonspolizei die Seestrasse schliesslich wieder für den Verkehr freigeben.

Es hätte schlimmer kommen können

Die Schneider Umweltservice AG erledigte den Abtransport der Boote, die nicht mehr gerettet werden können. Fachgerecht entsorgt werden sie erst, nachdem die Versicherungen dafür grünes Licht gegeben haben. Jene Boote, die auf den ersten Blick unversehrt schienen, wurden in eine Werkstatt von Boesch gefahren: «Wir klären nun ab, ob sie durch die enorme Hitze allenfalls Strukturschäden davongetragen haben», sagt Markus Boesch.

Auch drei Tage nach dem Ereignis ist er weiterhin fast rund um die Uhr mit Arbeiten im Zusammenhang mit dem Unglück beschäftigt: «Es ist ein tragisches Ereignis, bei dem wir aber mit einem blauen Auge davongekommen sind. Es hätte schlimmer kommen können.»

Grosse Solidarität der Kunden

Von den 28 Booten, die im Hafen lagen, sind 18 total zerstört. Ihre Eigentümer sitzen jetzt auf dem Trockenen und haben einen oft auch emotionalen Verlust zu verschmerzen. «Unsere Kunden zeigen grosse Solidarität», sagt Boesch: «Einige von ihnen haben bereits signalisiert, sich wieder so ein Boot anschaffen zu wollen. Das wird aber frühestens auf nächstes Jahr klappen.» In der Werft werden üblicherweise pro Jahr 10 bis 15 Exemplare gebaut – fast komplett in Handarbeit.

Markus Boesch versichert, dass der Meilemer Hafen definitiv wieder aufgebaut werden soll. Wann und wie, das sei allerdings noch nicht klar: «Wir können kein Projekt aus der Schublade ziehen, gehen aber davon aus, dass der neue Hafen ähnlich aussehen wird wie vor dem Brand.»

Zusammenfassung der Ereignisse rund um den Bootsbrand:

www.meileneranzeiger.ch/bootsbrand-in-meilen/

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