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Meilen stellt vor: Myriam Walser

Wer sorgt dafür, dass in Meilen alles rund läuft? Wir porträtieren Menschen, die im Dorf wirken.

Die aus Lichtenstein stammende Jugendarbeiterin Myriam Walser hat sich schon immer für Menschen aller Altersstufen und deren Entwicklung interessiert. Ihr ist der Mensch als einzelner, aber auch das Zusammenspiel verschiedener Individuen schon seit jeher wichtig. Nach dem Gymnasium entschied sie sich für ein Studium in Internationaler Entwicklung, in dem es um historische und aktuelle Entwicklungen globaler Transformation geht. Dafür zog sie nach Wien, wo sie acht Jahre lebte. Ein Master-Studiengang in sozialer Arbeit brachte sie schliesslich nach Zürich, wo sie ihre neue Heimat gefunden hat.

Jugendliche zusammenzubringen ist das, was sie an ihrer Arbeit am meisten schätzt. Dafür ist ein stetiger Austausch mit Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen und Alterskategorien unabdingbar. «Meilen hat noch diesen ganz eigenen Dorfcharakter. Es ist den Leuten wichtig, sich für ihr Zuhause einzusetzen. Das hilft uns auch in der Jugendarbeit, weil unsere Arbeit geschätzt wird», sagt sie. Zum Beispiel auf der Platten, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner über selbst gebastelte Weihnachtsdeko der Kinder und Jugendlichen freuen.

Als Leiterin der Jugendarbeit kümmert sich Myriam Walser seit 2018 gemeinsam mit ihrem Team von drei Personen um die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in Meilen im Alter von 10 bis 20 Jahren.

«Uns ist es wichtig, die Jugendlichen in die Planung und Organisation von Kursen und Workshops einzubinden.»

Neben dem Betrieb des Jugendtreffs «Stella» erarbeiten die drei Jugendarbeiterinnen und der Jugendarbeiter viele Projekte direkt mit den Jugendlichen zusammen. «Uns ist es wichtig, neben dem pädagogischen Aspekt unserer Arbeit die Jugendlichen so stark wie möglich einzubinden, bedürfnisorientierte Kurse und Workshops zu planen und durchzuführen», erklärt sie. Das Team legt dabei grossen Wert auf die Eigenverantwortung der jungen Menschen. «Nur wenn wir ihnen bereits im jungen Alter Verantwortlichkeit vermitteln, lernen sie etwas für ihre Zukunft. Mit unseren Projekten können die Kinder und Jugendlichen diese Verantwortung in geschützte Rahmen üben», so Walser.

Zu den wiederkehrenden Projekten der Jugendarbeit gehören etwa Film- oder Graffitti-Workshops. Letztere werden in Zusammenarbeit mit der Polizei durchgeführt. Ein grosses Projekt, welches besonders in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist der jährliche «Clean-Up-Day». Jugendliche sammeln Abfall, säubern die Strassen und verwerten das Gesammelte dann in kunstvollen Projekten oder machen mit Zeichnungen im Dorf auf die Wichtigkeit einer sauberen Erde aufmerksam. «Wir überlegen uns jedes Jahr etwas Neues, um den Teilnehmenden Umweltthemen kreativ näher zu bringen», sagt Myriam Walser.

Ein- bis zweimal pro Woche betreibt das Team auch aufsuchende Jugendarbeit. «Wir treffen die Jugendlichen in ihrem eigenen Umfeld, an den Plätzen, an denen sie sich wohl fühlen», sagt Myriam Walser und ergänzt: «In erster Linie wollen wir wissen, ob es den Jugendlichen gut geht, möchten ihre Bedürfnisse abklären und gleichzeitig dafür sorgen, dass sie sich an die Regeln halten. Wir machen sie darauf aufmerksam, die Plätze so zu hinterlassen, wie sie sie angetroffen haben. Und wir schauen, dass sie sich nicht an Orten aufhalten, wo es zu Problemen mit anderen kommen könnte.»

«Bei der aufsuchenden Jugendarbeit geht es um den Austausch mit den Jugendlichen in ihrem eigenen Umfeld.»

Wegen Corona ist die Arbeit mit den jungen Menschen besonders intensiv. Viele brauchen die Gemeinschaft, die ihnen in der Pandemie fehlte. Besonders schön also, dass die Jugendarbeit während dem ersten Lockdown die Räumlichkeiten im Pumpwerk am See übernehmen durfte. «Kaum waren wieder Treffen mit fünf Personen erlaubt, haben wir in Gruppen mit der Renovation begonnen. Eine Wand wurde entfernt und die Zimmer wurden neu gestrichen. Auch bei der Einrichtung durften die Jugendlichen mitreden. Bis heute geniessen sie die Zeit in diesen Räumen besonders, weil sie sehen, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat.»

Ob Filmabende, Spielnachmittage oder gemeinsames Musikhören – die Jugendlichen bringen selber Ideen und setzen diese gemeinsam mit den Jugendarbeiterinnen und dem Jugendarbeiter um.

Musik ist auch eine Leidenschaft von Myriam Walser: Sie arbeitet regelmässig als DJ, tanzt für ihr Leben gern und kann beim Musikhören besonders gut abschalten und neue Kraft tanken. Kraft gibt ihr auch die Natur. Ausgiebige Spaziergänge im Wald inspirieren sie: «Ich entdecke immer wieder Neues in der Natur, was mir Energie gibt. Ich suche bei allem, was ich tue, neue Inspiration. Diese kann ich dann auch wieder in meinen Job einfliessen lassen.»

Steckbrief

Myriam Walser, 37, ledig, vergeben

Tätigkeit Leiterin Jugendarbeit

Wohnort Zürich

Hobbys Musik, tanzen und in der Natur sein

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