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Hommage an Joseph Haydn

Die Protagonisten des Frühlingskonzerts der Konzertreihe «Vier Jahreszeiten» brillierten am letzten Sonntag mit einer wunderbaren Performance in der durchsonnten reformierten Kirche Meilen.

Die vier Mitglieder der Quatour Terpsycordes – Girolamo Bottiglieri (erste Violine), Raya Raytcheva (zweite Violine), François Grin (Cello) und Caroline Cohen Adad (Bratsche) liessen die Gelegenheit nicht aus, bei frühlingshaft wärmender Abendsonne die Sonnenaufgangsstimmung der Einleitungstakte des Allegro con spirito  von Haydns Streichquartett B-Dur op 76/4 suggestiv zu gestalten, ehe sie sich frisch den munteren Dialogen zwischen den Instrumenten  stellten.

Dank langer Erfahrung

Von langer Erfahrung zeugte die Gewichtung von Themen und Motiven mittels fein abgestufter Dynamik und variantenreichem Vibrato-Einsatz. Das Menuett gingen die Künstler sehr musikantisch an, um im plagal gehaltenen Trio wieder feinste dynamische Abstufungen hören zu lassen. Im finalen Allegro ma non troppo hätte es in der Kirchenakustik mehr Artikulation ertragen, während im B-Teil gewichtige Moll-Tongebung wunderbar passte. Überhaupt war das Zusammenspiel hervorragend und  fulminant geboten.

Lockere Handgelenke

«Gott erhalte Franz, den Kaiser» bildete die Mitte des Programms. Dem mit Poco Adagio (cantabile) betitelten langsamen Satz in G-Dur aus Joseph Haydns op. 76/3 C-Dur verliehen die Musiker passend chorale Tongebung. Alle zusammen zeichneten den stets dichter werdenden Satz bestens durchhörbar. Dynamische Abstufungen waren deutlich, Ensemble-Klang vom Schönsten beendete das berühmte Stück.

Im Streichquartett G-Dur, op 76/1 gefiel der virile Einstieg ins Allegro con spirito ebenso wie die klangintensive Gestaltung des Violoncello-Solos. Die Haydnschen Figurationen überzeugten. Deutlich gezeichnete Themen-Übergaben glückten ebenso wie die mittels lockeren Handgelenken von zweiter Violine und Viola fein ziselierten Begleitfiguren. Fülliges Cantabile im zweiten Satz (Adagio sostenuto) stand feinst gebotenem Pianissimo im Diskant von Geiger Girolamo Bottiglieri gegenüber, dessen Zusammenspiel mit Raya Raytcheva von langjährigem Zusammenwirken zeugte.

Spiellust ohne Grenzen

Der dritte Satz (Menuetto presto) kam mit Verve daher, machte Esprit und Witz deutlich, dass man sich fragte, ob Meister Haydn sein Werk je so fein abgestuft zu hören bekommen hat. Das abschliessende Allegro ma non troppo eröffneten die Protagonisten mit Tutti-Power und Virtuosität, brillierten in gekonnten Motivübergaben, die Spiellust kannte keine Grenzen. Sie realisierten den Stimmungswechsel vor der Coda souverän, um in ihr nochmals eins draufzu legen, zu Hochform auflaufend.

Zugabe!

Das Publikum konnte kaum an sich halten, erklatschte sich eine Zugabe, welche ihm denn auch willig gegeben wurde: Von Joseph Haydns Freund Wolfgang Amadeus Mozart das Menuett aus dessen Streichquartett d-moll KV 421.

Wieder einmal ging man höchst beglückt aus der besonnten Kirche, sich schon auf das Sommer-Konzert vom 12. Juni freuend: Bratschistin Annette Bartholdy und Pianist Benjamin Engeli nehmen sich dann Werken von keinem Geringeren als Johann Sebastian Bach an.

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