Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Höhere Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen

Die sich schon im letzten Jahr abzeichnende Krise der Energieversorgung hat dazu geführt, dass sich die SVP Schweiz an ihrer Kadertagung im Bad Horn (TG) mit der Thematik auseinandergesetzt und einen «Energiegeneral» gefordert hat.

Leider hat sich mit dem Krieg in der Ukraine die Problematik der Energieversorgung noch verschärft, und die Aussichten sind bei einem Wegfall der Gaslieferungen aus Russland dramatisch. Versorgungsengpässe, auch beim Strom, und weitere massive Energiepreissteigerungen wären die Folge. Umso mehr reduziert und entlastet jede im eigenen Land produzierte Kilowattstunde einen voraussehbaren Notstand.

Energie-Rückvergütung ist zu wenig attraktiv

Deshalb hat SVP-Mitglied Rolf Grütter Anfang dieses Jahres, also noch vor Ausbruch des Ukraine-Krieges, einen Antrag beim Vorstand der SVP/BGB Meilen eingereicht. Dieser wurde an der Generalversammlung vom 28. Februar intensiv diskutiert, und die Parteiversammlung hat in der Folge den Antrag von Rolf Grütter einstimmig verabschiedet. Damit wird schnellstmöglich gefordert: Die Energie-Rückvergütung muss für den Hersteller von Photovoltaikstrom wirtschaftlich sein, und das Bewilligungsverfahren zur Erstellung dieser Energieanlagen muss auf ein Minimum verkürzt werden.

Eine interne Arbeitsgruppe um Initiant Rolf Grütter (Renato Vanotti, Edwin Bolleter, Marion Matter und Adrian Bergmann) hat sich mit dieser Thematik vertieft auseinander gesetzt. Es wird positiv zu Kenntnis genommen, dass die Infrastruktur Zürichsee AG (Infra) bereits einige wesentliche Schritte unternommen hat, um Photovoltaikanlagen zu fördern. Allerdings wird auch festgestellt, dass die Infra versucht, ihr eigenes Geschäft zu fördern, indem sie auf gemieteten Dachflächen eine hohe Wertschöpfung erzielen will.

Die Gemeinde Meilen schmückt sich mit dem Label «Energiestadt». Es ist deshalb erfreulich, wenn die Infra ihr Photovoltaikgeschäft forciert und damit auch an die eigene Wirtschaftlichkeit denkt. Andrerseits sollte dann aber bei privaten Erstellern von Photovoltaikanlagen nicht noch eine so hohe Marge bei der Einspeisung abgeschöpft werden, denn dies wird diesem Label überhaupt nicht gerecht und behindert die Eigeninitiative von Liegenschaftsbesitzern.

Die Eigentümer für die Investition motivieren

Der SVP/BGB Meilen sind einige Fälle von Hausbesitzern bekannt, die eine wesentlich grössere Dachfläche mit Photovoltaik belegt hätten, wenn die Einspeisevergütungen zu einem fairen Preis angesetzt worden wären. Es müsste deshalb mehr als naheliegend sein, dass Eigentümer, welche Photovoltaik auf eigene Kosten auf ihrem Dach installieren und überschüssigen Strom produzieren, diesen auch zu einem wirtschaftlich vertretbaren Preis ins Meilemer Ortsnetz einspeisen können. Der zur Zeit angebotene Einspeisepreis von Rp./KWh 9.80/7.43 bzw. Rp./KWh 6.30/4.74 im Vergleich zum Regiosolarstrom-Verkaufspreis von Rp./KWh 20.46/17.72 plus Netznutzung von ca. 7 bis 10 Rp./KWh  lässt sich aus der Sicht der SVP/BGB Meilen mit dem Label «Energiestadt Meilen» nicht vereinbaren.

Angesichts der sich zuspitzenden Situation der Energieversorgung in Europa ist es deshalb im Interesse aller, dass nicht nur das eigene Geschäft forciert wird, sondern auch privaten Investoren keine Steine in den Weg gelegt werden. Es soll vielmehr alles daran gesetzt werden, dass Eigentümer zu dieser Investition motiviert werden, indem die Vergütung für die Einspeisung der Energie, welche den Eigenbedarf überschreitet, wirtschaftlich attraktiv ist. Es wird noch sehr lange dauern, bis in Meilen tagsüber mit Photovoltaik so viel Strom produziert wird, dass dieser nicht mehr auf dem Gemeindegebiet verbraucht werden kann. Die Argumentation der Infra, der überschüssige Meilemer Photovoltaikstrom müsse zu teuren Netzkosten ins übergeordnete Netz abgegeben und nachts dort wieder bezogen werden, was die Rendite schmälere, läuft deshalb ins Leere. Die Netzkosten zur Weitergabe von Strom innerhalb von Meilen könnten zu einem massiv reduzierten Preis angeboten werden, da die lokalen wesentlich unter den nationalen Netzkosten liegen. Auch deshalb, weil das lokale Netz weitgehend abgeschrieben sein dürfte.

Offener Brief an den Gemeinderat

Der Gemeinderat als Aktionärsvertreter der Infra wird deshalb gebeten, die Einspeisevergütung so anzusetzen, dass diese max. 30% unter dem Regiosolarstrom-Verkaufspreis liegt. Eventualiter kann die Infra auch eine Entschädigung in der Höhe des Kernkraftwerkstromes vergüten, damit dieser innerhalb von Meilen weiterverkauft werden kann. Subeventualiter soll der Einspeisestrom mit dem günstigsten Strombezug zu 100% kompensiert werden. Auch werden die Gebühren der Netznutzung von Rp./KWh von 10.07/6.84 bei einer lokalen Weitergabe des erzeugten Stroms den tatsächlich anfallenden Kosten nicht gerecht, da diese wesentlich tiefer liegen dürften.

Angesichts der sich abzeichnenden Energieknappheit und der nötigen Zeit, bis Photovoltaikvorhaben umgesetzt werden können, wird die SVP/BGB Meilen mit einem offenen Brief an den Gemeinderat gelangen. Darin wird der Gemeinderat um prioritäre Behandlung des sehr breit abgestützten Anliegens der SVP/BGB Meilen gebeten, indem er Vorschläge unterbreitet, wie dieses schnell umgesetzt werden kann.

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