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Gesichter der Macht – ROM

Seit einigen Tagen sieht man im Dorf überall die roten Banderolen und Plakate mit den drei Grossbuchstaben ROM. Sie weisen auf eine der wohl interessantesten und spannendsten Ausstellungen der letzten Jahre im Ortsmuseum hin.

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte des römischen Reiches, seiner Herrscher und Kriege von der Entstehung des Reiches bis zu dessen Untergang.

Es begann mit «Asterix als Legionär»

In der Schule setzt man sich zum ersten Mal mit den Cäsaren auseinander, unzählige Filme mit den berühmtesten Schauspielerinnen und Schauspielern wurden zu diesem Thema gedreht, berühmte Comics gezeichnet, und bis heute ist Rom das Zentrum des Christentums.

Bei Rolf Müller, heute Hauptmann bei der Stadtpolizei Zürich, weckte vor bald 50 Jahren der Comic «Asterix als Legionär» das Interesse für die Römer und für Rom. Es begann mit dem Lesen von Sachbüchern, mit Reisen, Besuchen der römischen Stätten und bis heute mit dem Sammeln von römischen Münzen.

In verschiedenen Vitrinen werden Originale und spannende Repliken mit Köpfen der verschiedenen Cäsaren und ihrer Familien ausgestellt. Aber die Ausstellung geht viel tiefer. Sie schildert anhand vieler Texttafeln die Geschichte des Reiches, seiner Kriege und Herrscher und geht auch auf die neuesten Entwicklungen in der Religionsgeschichte wie in der Geschichte der Antike ein. So werden unter anderem Fragen nach der Überlieferung des Namens der Stieftochter von Herodes – Salome – und nach den Verursachern des Brandes von Rom durch Nero und der Herkunft des Namens und der Geschichte von König Arthur gestellt und mit den neuesten Erkenntnissen der Forschung beantwortet. Heute wird nicht ausgeschlossen, dass die Urchristen beim Brand von Rom involviert waren. Und es folgte wenige Tage später der Aufstand der Juden in Palästina, was zu deren Verfolgung und zur Vernichtung ihres Tempels führte.

Münzen erzählen Geschichten

Man sieht, was Münzen, im Gesamtrahmen betrachtet, alles erzählen können. Im ersten Raum rechts befinden sich Filmplakate der berühmtesten Filme sowie Tauschmaterial wie Nuggets, da Rom am Anfang noch kein Geld kannte, zumindest keine Münzen im heutigen Sinne. Die ersten Münzen brachten die Kelten zu den Römern, sogenanntes Ringgeld, das ein Ring mit aufmontiertem Schlüssel und somit Geld und Schlüssel in einem war. Es waren dann Münzmeister, die Geld schufen und es signierten, bis Cäsar der erste war, der sein Porträt auf die Münzen prägen liess. Die Münzen wurden dann auch wichtig als Sold für die Soldaten. Am Anfang gab es ja kein stehendes Heer, sondern die Generäle mussten die Soldaten von Fall zu Fall rekrutieren sowie bezahlen; die Münzen erleichterten zudem den Handel im ganzen Reich.

Verschiedene Aspekte werden beleuchtet

Im Zwischengang kann in einer Vitrine ein Schekel, eine jüdische Steuermünze, bestaunt werden. Diese waren die Auslöser der Vertreibung der Händler und Geldwechsler aus dem Tempel durch Jesu. Eine weitere zeigt uns das Porträt von Nero.

Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und bietet dem Besucher daher einen lückenlosen Überblick über all die Geschehnisse im Reich von der Gründung bis zum Untergang.

Im Kellergewölbe befinden sich Nachahmungen der römischen Waffen, der Messer, wie sie Gladiatoren benützten, der Schilde und Schwerter sowie Rüstungen der römischen Soldaten. Interessant ist auch die Nachahmung eines Meuchelmessers, wie sie im Kampf der Gladiatoren, aber auch zum Ausschalten der Cäsaren benützt wurden.

Rolf Müller führt durch diese unglaublich spannende Ausstellung mit grossen, interessanten Schrifttafeln und Porträts der Cäsaren sowie mit Farben, so dass der Besuchende den Rundgang nach seinen eigenen Interessen gestalten kann. Auf den Texttafeln bedeutet Weiss Allgemeines: Geschichte, Legende, Erzählung usw., Grau Bezug zur römischen Münzgeschichte und Wirtschaft, Rot bedeutendes politisches und geschichtliches Ereignis, Gelb jüdischer, christlicher sowie allgemein kirchlicher Bezug, leichtes Gelb selbsternannte jüdische Messiasse bzw. Könige der Juden, Grün einflussreiche Frauen.

Empfehlenswert auch für Schulklassen

Der Besuch dieser grossartigen Ausstellung sollte auch für die Klassen der Oberstufe in Begleitung ihrer Lehrperson ein Muss sein. Und vielleicht greift der eine oder andere zum Buch der Biographien der Cäsare des römischen Schriftstellers Gaius Suetonius Tranquillus.

Vernissage ist am 5. März um 17 Uhr. Die Ausstellung dauert bis am 1. Mai und ist geöffnet Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Vorträge finden am 27. März und am 10. April um 17 Uhr statt. Führungen durch die Ausstellung auf Anfrage, Kontakt: Rolf Müller, ersterspeer@gmail.com oder Telefon 079 400 17 05.

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