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Früherer Obermeilemer Weinbauer wird 90

Der 1932 geborene Hans-Jakob Brunner war mit Leib und Seele ein interessierter und naturverbundener Rebbauer und Winzer. Von 1970 bis 2005 bewirtschaftete er eine insgesamt rund vier Hektaren grosse Rebfläche ausschliesslich auf Obermeilemer Boden und stellte im eigenen Keller landläufig bekannte Weine her.

Die Freude seines 1975 verstorbenen Vaters über die Weiterführung des Betriebes zeigt sich in einer Notiz im Heimatbuch Meilen von 1977: «Glück bedeutete es für ihn, dass sein Sohn sein Erbe übernahm und mit Hilfe von Pachtreben den durch die bauliche Entwicklung Meilens stark beeinträchtigten Rebbaubetrieb neu aufbaute und sich eine sichere Existenz schuf.»

Beruf und Familie standen immer im Mittelpunkt des erfolgreichen Wirkens von Hans-Jakob Brunner. Auf den notwendig gewordenen Abriss des renovationsbedürftigen «Sonnenhof» mit Wohn-, Ökonomie- und Nebengebäuden an der Alten Landstrasse/Seidengasse folgte der Neubau von drei Liegenschaften in den Jahren 1965 und 1971. Hans-Jakob Brunner zog mit seiner Familie und dem Weinbaubetrieb an die Gruebstrasse, ins Elternhaus seiner Mutter.

Wohlbehütet aufgewachsen ist der Jubilar mit seinem Bruder Ueli, der bereits als 22-Jähriger in die USA ausgewandert ist und mit seiner Familie in Kalifornien wohnt. Die grosse Distanz ändert nichts daran, dass die beiden Brüder noch immer in engem Kontakt stehen.

Im Anschluss an die Schulzeit besuchte Hans-Jakob Brunner die Landwirtschaftsschule Strickhof in Zürich. Darauf folgte die Ausbildung zum Winzer an der Weinfachschule Wädenswil. Anschliessend absolvierte er ein Praktikum in der Volg Kellerei in Winterthur, und im Rahmen eines Sprachaufenthalts in Welschland konnte er bei den dort ansässigen Winzern Einblick in deren Reb- und Weinbau nehmen.

Hans-Jakob Brunner ist ein feinfühliger und grosszügiger Familienmensch. Aus der 1957 geschlossenen Ehe mit Anni Huemayer stammen die beiden Töchter Viviane und Susanne. Zur Familie gehören drei Enkelkinder, die ihren Grossvater liebevoll umsorgen, mit ihm telefonieren und ihn regelmässig besuchen.

Annie half tatkräftig im Betrieb mit. Sie vereinbarte Termine mit Kunden, bereitete Degustationen vor, trommelte die «Wümmerfrauen» zusammen und half zu jeder Jahreszeit in den Reben mit. Das Zusammenspiel dieses Zweiergespanns war denn auch der Grund, weshalb Hans-Jakob Brunner kein behördliches Mandat wahrnahm. Denn neben der Arbeit tagsüber galt es, den bestellten Wein auszuliefern und abends mit Kunden den neusten Jahrgang zu degustieren sowie in Gaststätten und bei Privatpersonen so Präsenz zu zeigen, damit der Absatz des Weines sichergestellt war. Ergänzend darf hier bemerkt werden, dass der in den Reben der politischen Gemeinde Meilen produzierte Saft, der Gemeinderatswein, viele Jahre unter Aufsicht des Jubilars in die Flaschen gelangte.

Ein Unwetter seltenen Ausmasses in Form eines Hagelzugs vernichtete 2004 die vor der Vollreife stehenden Trauben beinahe gänzlich. Dieses Ereignis bestärkte denn auch die Entscheidung Hans-Jakob Brunners zur Berufsaufgabe im darauffolgenden Jahr.

Auch ein Blick in die militärischen Aktivitäten darf nicht fehlen. Ausgehoben als Motorfahrer, konnte Hans-Jakob Brunner mit dem ihm zugeteilten Personenwagen über Jahre hinweg einen höheren Offizier der «Schoggi-Sprüngli»-Dynastie befördern.

Als aktives Mitglied in verschiedenen Clubs genoss er deren Gemeinschaft und Freundschaft sowie die immer wieder bereichernden und interessanten Aktivitäten.

Der Erweiterung des rebbaulichen Horizonts dienten die zahlreichen Weinreisen, die in nahe und ferne Länder führten, immer mit dem Ziel, der Losung «Qualität vor Quantität» nachzueifern.

Wer heute, am 90. Geburtstag, auf ein intaktes Familienleben und auf ein erfolgreiches berufliches Wirken zurückblicken darf, verdient Respekt, Achtung und Anerkennung von Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und ehemaligen Kunden.

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