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Zwei Schweizer Rekorde

Talent-Schau der Extraklasse am vergangenen Samstag auf der Meilemer Allmend am Nationalen Meeting in Meilen. Mit ihren Schweizer-Nachwuchs-Rekordrennen sorgten Ditaji Kambundji und Audrey Werro für die Höhepunkte. Und auch die LCM-Athleten zeigten sich von bester Seite.

  • Höhepunkt Nummer 1: Ditaji Kambundji (l.) unterwegs zu ihrem U20-Schweizer-Rekord über 100 m Hürden, rechts Noemi Zbären. Fotos: athletix.ch

  • Höhepunkt Nummer 2: Audrey Werro gewinnt über 800 m mit neuem U18-Schweizer-Rekord vor der EYOF-Silbermedaillengewinnerin von 2019, Valentina Rosamillia.

  • Sorgten für den lokalen Akzent: Die jungen Meilemer Langstreckler im Schlepptau von Schweizer Meisterin Nicole Egger.

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Tolles Wetter, Temperaturen, die der Jahreszeit gerecht werden und hochmotivierte Athletinnen und Athleten – das traditionelle Meilemer Leichtathletik-Meeting bot Erstklassiges. Als die beiden Höhepunkte des Hauptprogramms erwiesen sich die beiden Hürdensprint-Rennen der Frauen. Das erste Rennen gewann Noemi Zbären in neuer Saisonbestzeit von 13,03 Sekunden. Diese hatte aber keine 90 Minuten Bestand. Im zweiten Rennen kehrte Ditaji Kambundji die Rangfolge. Und die jüngste Schwester von Rekord-Sprinterin und WM-Bronzemedaillengewinnerin Mujuinga Kambundji hatte gleich doppelt Grund zur Freude: Mit ihrer Zeit von 12,99 Sekunden durchbrach sie – als erst vierte Schweizerin – die 13-Sekunden-Barriere. Und sie verbesserte den U20-Schweizer-Rekord von Zbären um 5 Hundertstel. 

Olympia wird zum Thema

«Ich habe keine Erklärung», sagte Kambundji. Nach mässigem Start in die Saison (13,80) vermochte sie sich in den nächsten Rennen mächtig zu steigern. So, dass sie sich nach Lauf 1 selbstbewusst sagte: «Jetzt will ich’s auf die Bahn hauen.» Das Vorhaben gelang perfekt. Nun kam erstmals richtig zum Tragen, dass sie mit Trainer Adrian Rothenbühler in den letzten Monaten gezielt und intensiv im technischen Bereich gearbeitet hat. Und jetzt spricht Ditaji Kambundji auch offen darüber, wovon sie träumt. Von Olympia. 12,84 Sekunden beträgt die Limite. «Ich hoffe, ich erwische weitere Toprennen», sagt sie. Und vielleicht sorgt dann weniger Stress im Vorfeld für zusätzliche Energie: Am Vormittag hatte Kambundji noch die schriftliche Matura-Prüfung in Französisch zu schreiben gehabt. 

Für den zweiten Schweizer Rekord sorgte Audrey Werro über 800 m. Die 17-jährige Fribourgerin gewann überzeugend in 2:03,97 Minuten und blieb damit 33 Hundertstel unter der alten Rekordmarke von Delia Scalabas, der aktuellen U20 Europameisterin. Das Detail am Rande dazu: Werros Trainerin ist Christiane Berset Nuoffer, die Schwester von Bundesrat Alain Berset.

Organisatoren: Aufwand belohnt

Und für erfreuliche «Randnotizen und Momentaufnahmen» sorgten auch die Nachwuchs-Athletinnen und Athleten vom LC Meilen. Allen voran im zweiten 3000-m-Rennen: In der gemischtgeschlechtlichen Prüfung folgten sie in der Anfangsphase mutig der mehrfachen Schweizer Meisterin Nicole Egger. Eine erfreuliche Bilanz ziehen konnten ebenso die Organisatoren des LC Meilen. Sie wurden für das Risiko belohnt, dieses Nationale Meeting zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen durchzuführen. In diesem Jahr war’s noch anspruchsvoller als 2020 – dies aufgrund der (noch) strikteren BAG-Regeln. «Wir mussten uns auf Kader und unter 20-Jährige beschränken», sagte OK-Präsident Fabian Cribari. Lediglich 350 Athletinnen und Athleten standen deshalb im Einsatz. Letztes Jahr waren es noch 600 gewesen. Aber er hob hervor: «Wir haben es durchgezogen und haben etwas für den Sport getan» Er sah dies in der sportlichen Bilanz honoriert.

xeiro ag