Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Z‘Meile poschte!?

Im letzten Meilener Anzeiger werben HGM und Gemeinde gemeinsam für «Z‘Meile läbe – z‘Meile poschte». Nichts gegen den HGM und nichts gegen die Grundidee, auch während der Corona-Krise Gewerbler und Detaillisten zu unterstützen, denn die Virenkrise ist gerade für sie auch eine potenzielle Wirtschafts- und damit Überlebenskrise.

Man könnte den kommunalen Werbespruch höchstens verulken im Sinne von «Liebe deinen geografisch Nächsten wie dich selbst». Aber ganz nüchtern betrachtet, enthält die zitierte Werbung auch eine bedenkenswerte Problematik, ja es sind sogar deren zwei.

Falls es erlaubt ist, auch zu Fuss einkaufen zu gehen, lässt sich das genannte Prinzip für Dorf- und für Feldmeilemer(innen) viel leichter anwenden als für in Obermeilen Wohnende, denn es gibt dort keine Möglichkeiten, den Tagesbedarf in der eigenen Wacht zu befriedigen. Und – etwas konkreter – falls man in Oberobermeilen wohnt, also nahe der Grenze, liegt Uetikon viel näher als das Ladenzentrum der eigenen Gemeinde.

Soll man also als Meilemer ja nicht in Uetikon «posten»? Und im Gegenzug als Uetiker(in) ja nicht in Meilen? Und sollen dies in Männedorf Wohnende nur in Männedorf? Und und und? Da wären wir ja – einfach transponiert aufs Lokale – wieder wie am Anfang der Krise, als die Masken rar waren und jedes Land bestrebt war, nur für sich zu schauen!

Summa summarum: Die Botschaft hör‘ ich wohl, aber ein bisschen modifiziert sollte sie schon werden!

xeiro ag