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Zitterpartie gegen Stäfa

In einer ausgeglichenen Partie sichern sich die Meilemer Handballer den 26:28-Sieg gegen die Stäfner erst auf der Zielgeraden. Lange tun sie sich schwer gegen die hartnäckigen Gegner.

Bei den Seebuben hätte wohl niemand damit gerechnet, dass die Partie am Samstagabend auf dem Frohberg so knapp ausfallen würde. Trotz der Abwesenheit von Topscorer Lukas Bürkli stand ein schlagkräftiges Meilemer Kader auf dem Platz, sogar Fetah Murina beendete seine Verletzungspause vorzeitig und stieg gegen den Erzrivalen in die Hosen. In der Kabine war die Devise deshalb klar: «Die zwei Punkte gehören uns.» 

Vielleicht führte aber genau diese Siegessicherheit dazu, dass sich Meilen von der Stäfner Equipe überrumpeln liess. So gehörte auch das erste Tor der Partie dem Gegner. Zwar konnte Jonas Roth kurz darauf mit dem Spielzug Hering das 1:1 erzielen, doch erneut gelang es den Stäfnern, vorzulegen. Und so ging es weiter: Führung Stäfa, Ausgleich Meilen. Dabei wollte das Spiel der Seebuben nie so richtig in Fahrt kommen. Man tat sich in der Defensive schwer und liess immer wieder grosse Lücken offen, welche Stäfa dankend nutzte. Und im Angriff fehlte oft die letzte Konsequenz in Richtung Tor.

Erst nach rund 25 Minuten ging Meilen dank des beherzten Einsatzes von Severin Ochsenbein erstmals in Führung. Dieser doppelte gleich nach zum 11:13. Die gute Lösung wäre es jetzt gewesen, diese Führung zu verwalten und sie in die Pause mitzunehmen. Die weniger gute Lösung: Den Vorsprung wieder versemmeln. Meilen entschied sich für letzteres und brachte es fertig, nach dreissig gespielten Minuten beim Zwischenstand von 14:13 mit einem Tor Rückstand in die Kabine zu gehen. 

Allen war bewusst, dass die bisher gezeigte Leistung alles andere als optimal war. Gleichzeitig war auch allen bewusst, dass der Sieg auf dem Frohberg die einzig mögliche Option war. Stäfa gelang es, die Führung bis auf drei Tore auszubauen, bevor sich die Seebuben endlich ein Herz fassten. Mit vereinten Kräften gelang es den Gebrüdern Murina und Fabian Neururer, aus einem 17:14 ein 17:19 zu machen. War der Bann jetzt gebrochen? Nein. Stäfa erwies sich als hartnäckiger, kampfeslustiger Gegner, der zu keinen Zugeständnissen bereit war. Während die Seebuben nun wieder reihenweise Bälle neben das Tor setzten, riss der Gegner die Führung wieder an sich. Der Kampf um die Oberhand war jetzt so richtig lanciert. Jedes einzelne Tor musste hartnäckig erkämpft werden, die beiden Mannschaften schenkten sich absolut nichts. 

Kurz vor Schluss lag Stäfa beim Zwischenstand von 26:25 mit einem Tor vorne. Den Seebuben blieben jetzt noch etwas mehr als drei Minuten, um dieses Resultat zu korrigieren. Es war äusserst spannend. Mit einem Penalty erzielte Fetah Murina den Ausgleich. Und kurz darauf konnte Bruder Visar die Meilemer Führung wieder herstellen. Jetzt bloss kein Gegentor mehr kassieren. Und tatsächlich: Die Defensive hielt dicht. Zehn Sekunden vor Schluss verwertete Fetah Murina mit einem frechen Drehball zum Endresultat von 26:28 und machte damit alles klar.

Trotz einer unglaublichen Zitterpartie konnten die Seebuben auch dieses Mal den Triumph über Stäfa feiern. Massgeblich am Sieg beteiligt war auch Torhüter Simon Tremp. Nach einer glücklosen ersten Halbzeit zeigte er in der zweiten Glanzparaden à gogo und verhinderte damit ein Stäfner Erfolgserlebnis. So soll es sein!

Morgen Samstag geht es bereits weiter für die Meilemer Handballer. Im Cup heisst der Gegner erneut Stäfa, aber dann wird die 2.-Liga-Mannschaft auf dem Platz stehen. Es braucht bis dahin definitiv eine Steigerung. Aber die Seebuben sind ja immer wieder für Überraschungen gut. 

xeiro ag