Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Wohin mit dem ganzen Güsel?

Jeden Tag fallen in der Schweiz pro Einwohner rund 2kg Siedlungsabfall an. Damit hat die Schweiz eines der höchsten Siedlungsabfallaufkommen der Welt. Aber auch die Recyclingquote lässt sich sehen, rund 53% des Siedlungsabfalls werden rezykliert. Doch nicht alle «sammeln und trennen» ihre Abfälle. Wie kann man gegen Abfallsünder in der Liegenschaft vorgehen?

Die Abfallentsorgung ist in der Schweiz kommunal organisiert. Im jeweiligen Entsorgungskalender können die Standorte der Sammelstellen und die verschiedenen Abholdaten von Kehricht und Werkstoffen entnommen werden. Denn beim Wegwerfen kommt es darauf an, den jeweiligen Abfall richtig zu entsorgen. Hauskehricht kommt in den Abfallsack (Gebührensack).

Glas kann zu 100% wiederverwertet werden. Alltägliches Hohlglas (alle Flaschen, Joghurtglas, Konfitürenglas) kommen in den Glascontainer der jeweiligen Sammelstellen. Nicht in den Glascontainer gehören Geschirr, Trinkgläser oder z.B. Parfümflaschen. Diese gehören in den Kehricht. Auch die Papiersammlung ist von der Gemeinde organisiert. Grundsätzlich gehört beschichtetes Geschenkpapier nicht ins Altpapier sondern in den Kehrichtsack. Unbeschichteter Karton kann wiederverwertet werden und der Altkartonsammlung mitgegeben werden. Plastik und beschichteter Karton eignen sich nicht zur Wiederverwertung und müssen im Kehrichtsack entsorgt werden.

Wie vorgehen bei Abfallsündern?

Was kann getan werden, wenn ein Mieter seinen Müll wild entsorgt, also Abfall in Kehrichtsäcken aber nicht in Gebührensäcken in den Container wirft, die öffentlichen Entsorgungstage nicht beachtet und/oder z.B. Möbel und andere Utensilien bei den Containern abstellt, die dann von der Müllabfuhr einfach stehen gelassen werden? Lässt sich der Fehlbare eruieren, ist dieser abzumahnen und auf das Einhalten der Abfallbestimmungen und der Hausordnung hinzuweisen. Im Extremfall wäre sogar eine Kündigung denkbar. Fallen beim Vermieter Mehrkosten für die Kehrichtentsorgung an, kann er diese auf den Abfallsünder überwälzen. Lässt sich der Schuldige nicht zweifelsfrei eruieren, so hat der Vermieter allfällige Mehrkosten selbst zu tragen. Er kann diese nicht pauschal auf alle Hausbewohner überwälzen. Das Mietrecht kennt kein Kollektivbestrafen. Sind die Container frei zugänglich, können diese mit einem Schloss versehen werden, um zu verhindern, dass Fremde ihren Abfall wild entsorgen. Zusätzlich kann eine Überwachskamera oder eine Attrappe mögliche Täter abschrecken.

MLaw Stéphanie Bartholdi

Juristin beim Hauseigentümerverband Schweiz

www.hev-schweiz.ch

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