Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

«Wir bleiben in der Schweiz»

Vielen Sonnenhungrigen und Reisefreudigen hat Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht – die Sommerferien 2020 werden sich aller Voraussicht nach bestenfalls im nahen europäischen Ausland abspielen, aber sicher nicht auf einem fremden Kontinent. Interkontinentalflüge, Safaris in Kenia, Erlebnisferien im Dschungel, ein Trip nach Las Vegas, Trekking im Himalaya, die Städtereise nach Madrid, fünf Wochen Neuseeland oder Strandferien auf Korsika müssen auf ein anderes Jahr verschoben werden.

  • Velotouren sind im Hause Studer-Müller beliebt: Mit den Töchtern Nina und Julia geht‘s in den Sommerferien Richtung Zentralschweiz. Foto: zvg

  • Jessica Mor-Camenzind reist oft in den Libanon - in diesem Sommer ist das aber nicht möglich. Foto: zvg

  • Bleibt im Sommer gerne zu Hause: Hans Isler. Foto: zvg

  • Christoph Hiller geniesst den Sommer im Liegestuhl im heimischen Garten oder am See. Foto: zvg

  • Ein Sommer ohne Besuch in Kalabrien wäre für Rossana Bellusci kein Sommer. Auf dem Bild ist sie mit ihrem Ehemann in Matera, Kulturstadt 2019, wo auch Teile der Passion Christi gedreht wurden. Foto: zvg

  • Nach der Sommersession in Bern hat Nationalrat Thomas Matter eine Auszeit verdient. Ob im In- oder im Ausland, das hängt von den Behörden ab. Foto: zvg

  • Sportlich: Gemeindeschreiber Didier Mayenzet ist auch in den Ferien gerne aktiv. Foto: zvg

  • Vreni und Werner Wunderli freuen sich auf den Sommer mit den Enkeln. Foto: MAZ

  • Franziska Tanner und ihre Familie wandern gerne, zum Beispiel im Wallis. Foto: zvg

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Wir haben bekannte Meilemerinnen und Meilemer gefragt, wie ihre aktuelle Ferienplanung für den Sommer aussieht. Überraschend viele bleiben zu Hause oder planen bestenfalls spontane Kurztrips innerhalb der Schweiz. Allen ist indes eines gemeinsam: Sie wünschen sich schönes Wetter, damit die Velotour nicht ins Wasser fällt, die Wanderung stattfindet und die langen, warmen Sommerabende in der Badi gesichert sind!

 

Schönes gibt’s auch in der Schweiz

Die Moderatorin und Sängerin Sandra Studer und ihre Familie, sie wohnen in Feldmeilen, haben sportliche Sommerferien geplant. Sandra Studer, ihr Mann Luka Müller und die Töchter sind eine Woche mit den Fahrrädern unterwegs. «Es sind nicht unsere ersten Ferien mit dem Velo. Vor zwei Jahren fuhren wir von zu Hause aus ins Tessin, diesmal haben wir uns für eine Route durch die Zentralschweiz entschieden», sagt sie. Die Ferien in der Schweiz zu verbringen war von Anfang an geplant. Auch ein Besuch bei Sandras Mutter am Aegerisee und einige Tage in den Bergen stehen auf dem Programm: «Die Schweiz hat so viele wunderbare Orte, die man erkunden kann. Corona oder nicht, man muss nicht immer in die Ferne reisen, um Schönes zu erleben.» Gutes Wetter sollte aber schon sein, denn Velofahren macht bei Sonnenschein deutlich mehr Spass.

 

Offen für alles

Jessica Mor-Camenzind, die Leiterin des Hilfsprojekts «Swiss4Syria», reist gerne. Regelmässig besucht sie den Libanon, um syrischen Flüchtlingen vor Ort zu helfen. Eine Reise in den Libanon ist aber momentan nicht möglich. Wegen Corona, aber auch wegen den aktuellen Unruhen.

Wie Jessica Mor-Camenzind und ihre Familie die Sommerferien verbringen, steht noch nicht fest. «Wir haben so viele Ideen, die wir ein paar Tage später wieder verwerfen. Wir wollen weg, uns fällt die Decke auf den Kopf, fliegen möchten wir aber nicht», sagt sie. Bereits im Frühling sind einige Reisepläne ins Wasser gefallen: «Im ersten Moment enttäuschend, aber auch irgendwie befreiend.» Die allgemeine Entschleunigung durch Covid-19 entschleunige auch den Reisedrang. Man müsse nicht immer weit weg, könne auch Ferien verbringen, ohne in den Flieger zu steigen. Eine Erkenntnis, die Jessica Mor-Camenzind behalten möchte: «Ich werde auch in Zukunft fliegen, es muss aber nicht immer sein.» Fazit also: Die Familie bleibt in der Schweiz oder im nahen Europa. «Wer weiss, vielleicht entdecken wir ein Ferienziel, das vor Corona nie auf unserer Reiseliste stand.»

 

Kein Grund, ins Ausland zu fahren

Hans Isler und seine Partnerin Lucy verbringen den Sommer seit Jahren zu Hause. «Wir dürfen ein Badhüsli mitbenutzen und geniessen die Zeit am See sehr. Insbesondere in diesem Jahr gibt es für uns keinen Grund, ins Ausland zu fahren», sagt der ehemalige Gemeindepräsident. Spontane Ausflüge innerhalb der Schweiz liegen ebenfalls in Reichweite. Die beiden hoffen auf gutes Wetter und freuen sich auf entspannte Tage in Meilen.

 

Schweiz-Ferien rund um den 1. August

Gemeindepräsident Christoph Hiller bleibt in den Sommerferien grundsätzlich meistens zu Hause. Während er im Herbst zwei Wochen im Val Müstair verbringt, gönnt er sich in den Sommermonaten höchstens das eine oder andere verlängerte Wochenende in den Bergen. Diesen Sommer geht's für drei Tage ins Wallis. «Am 1. August muss ich so oder so immer in Meilen sein. Deshalb hat es sich eingebürgert, dass wir die schöne Umgebung und den See in Meilen geniessen. Man muss gar nicht immer weit gehen, um Ferienstimmung zu erleben», sagt er.

 

Das Meer muss sein

Rossana Bellusci, die bei der katholischen Kirche auf dem Sekretariat arbeitet, fiebert schon jetzt den Sommerferien entgegen. Sie hofft, dass Reisen in den Süden kein Problem mehr sein werden. «Meine Familie in Kalabrien zu besuchen, dort das Wetter zu geniessen und die Seele baumeln zu lassen, gehört für mich im Sommer einfach dazu.» Nicht ans Meer zu fahren kann sie sich gar nicht mehr vorstellen. Die Sommerferien in Italien gehören bei ihr fest in die Jahresplanung.

Natürlich halte sie sich an die Vorschriften und Empfehlungen des BAG, zu Hause zu bleiben kommt für die junge Italienerin aber nicht in Frage. «Sollte sich an den Vorschriften noch etwas ändern und die Ferien in Kalabrien fallen ins Wasser, möchte ich in ein anderes Land ans Meer. Zuhause könnte ich mich nicht so entspannen, wie wenn ich komplett weg bin.»

 

Spanien oder Arosa

Nationalrat Thomas Matter und seine Familie verbringen die Sommerferien üblicherweise im eigenen Ferienhaus in Spanien – so ist es auch diesen Sommer geplant, falls die Corona-Massnahmen die Reise nicht verhindern. «Wir verfolgen die Empfehlungen des BAG und der spanischen Behörden genau. Dann entscheiden wir, ob eine Reise guten Gewissens realisierbar ist», sagt Thomas Matter. Ein Alternativ-Programm gibt es auch schon: «Wenn wir uns gegen die Spanien-Reise entscheiden, geniessen wir Ferien in Arosa.» Ob Sonne tanken und entspannen am Pool in Spanien oder wandern in den Schweizer Bergen, die Familie Matter freut sich auf relaxte Sommertage.

 

Den Jura kennenlernen

Gemeindeschreiber Didier Mayenzet musste wegen Corona die Ferienpläne ändern. Eigentlich wollte er mitsamt der Familie an die Nord- oder Ostsee fahren, unter anderem um zu kiten. Nun hat er aber im Jura eine gute Alternative für die ganze Familie gefunden. Während sich Didier Mayenzet speziell auf den Besuch des Creux du Van freut, konnte die ältere der beiden Töchter, sie sind 13 und 3 Jahre alt, vor allem mit der Aussicht auf Pferde und Reiten von der Feriendestination überzeugt werden. Die Familie war noch nie länger im Jura: «Jetzt haben wir die Möglichkeit, diesen Teil der Schweiz während zwei Wochen besser kennenzulernen.» Ebenfalls auf der To-do-Liste für den Sommer steht ein Besuch im Freilicht-Museum Ballenberg im Berner Oberland.

 

Auf Entdeckungsreise im Kanton Zürich

Grosse Pläne für den Sommer haben Werner Wunderli und seine Frau Vreni nicht. Fix ist nur der 1. August, den die ganze Wunderli-Familie traditionsgemäss gemeinsam in Meilen feiert. Für einige Zeit sind auch die Enkel zu Besuch, mit ihnen geht es auf Entdeckungsreise im Kanton Zürich: Ausflüge in den Zoo, in Museen, Wanderungen und baden im Zürichsee sind geplant. «Meine Enkel haben zu Hause den See nicht direkt vor der Haustüre. Sie geniessen es, wenn sie ein paar Tage in der Badi verbringen können», sagt Werner Wunderli.

Ohne Enkel verreisen Vreni und Werner Wunderli ein paar Tage in die Berge. Zur Auswahl stehen das Wallis, das Bündnerland oder der Jura. Entschieden wird spontan. Mit Corona hat die Planung übrigens nichts zu tun. Wunderlis hatten so oder so vor, den Sommer in der Schweiz zu verbringen.

 

Schrebergarten, Seebadi oder Wandertouren

Auch Franziska Tanner und ihre Familie werden ihre Ferien im Land verbringen. Während Anfang Jahr noch der Besuch eines Reka-Feriendorfs hoch im Kurs stand, hat man nun beschlossen, mehrheitlich in Meilen zu bleiben. «Das passt eigentlich ganz gut, weil gerade im Sommer daheim viel zu erledigen und zu entdecken ist», sagt Franziska Tanner. Der Schrebergarten gibt viel Arbeit, und die Kinder sind gerne dort. Bei schönem Wetter geht man an den See und verbringt auch einige Tage in der Ferienwohnung in Vals. «Dort können wir wandern, Steinburgen am Fluss bauen und im Freien bräteln, falls es erlaubt ist. Darauf freuen wir uns sehr!» In der letzten Ferienwoche hilft Franziska Tanner im Erlebnis-Lager der reformierten Kirche als Leiterin mit – etwas, was sie schon jahrelang nicht mehr gemacht hat. Die ältere Tochter Nathalie (7) ist auch dabei, Annia (3) darf die Zeit daheim mit Papi Lukas oder bei den Grosseltern verbringen.

xeiro ag