Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Widerstand mit fragwürdigen Argumenten

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich über die Opposition gegen vernünftige Vorschläge aus dem Gemeinderat wundere. Das letzte Mal war dies bei der Abstimmung zur Beruhigung der Dorfstrasse, die mit der bitter nötigen Sanierung einhergegangen wäre und deshalb kostengünstig hätte realisiert werden können. Aber Schwamm drüber, es war ein demokratischer Entscheid.

Nun will eine sehr begüterte Dame der Gemeinde 50 Millionen aus ihrem Erbe zukommen lassen, damit auf dem seit über 60 Jahren brachliegenden Bauland im Lütisämet ein wirklich zukunftsweisendes Bauvorhaben zu günstigen Konditionen umgesetzt werden könnte: Burkwil. Die Idee Burkwil besticht nicht nur durch eine innovative Bauweise aus rezyklierbaren Materialien wie Holz und Lehm, den schonenden Umgang mit der Natur und Umwelt (Stichwort 2000-Watt-Gesellschaft), sondern auch damit, dass nicht eine Alterssiedlung, sondern ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt gebaut werden soll. Damit das Projekt sinnvoll umgesetzt werden kann, braucht es eine gewisse Grösse. So können auch viele von vernünftigen Mietzinsen profitieren.

Die nationalen Wahlen liegen noch nicht lange zurück und zeigten auf, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen Wandel im Umgang mit den natürlichen Ressourcen will. Hier wäre die Gelegenheit, ein Bauprojekt zu unterstützen, das genau diesem Wandel Rechnung trägt. An der Informationsveranstaltung und in Leserbriefen hagelte es Kritik und Protest. Wie schon fast üblich in Meilen, wird dem Gemeinderat vorgeworfen, er hätte die Umstände zu wenig geprüft, sei es beim Baurechtszins, den Parkplätzen oder den Schrebergärten.

Ich frage mich: Wer kann ein solches Angebot ausschlagen und diese Chance verpassen wollen? Eine menschenfreundliche Frau, die viel Glück hatte in ihrem Leben, hat eine gemeinnützige Stiftung ins Leben gerufen und gibt der Allgemeinheit etwas zurück. Frau Burkhard könnte ihre Millionen anders investieren als in ein Bauvorhaben, das insbesondere der älteren, nicht so betuchten Bevölkerung zugute kommt, wo aber auch alle anderen Generationen willkommen sind.

Einige Exponenten, vorwiegend aus der Nachbarschaft des geplanten Projekts, schüren Widerstand mit fragwürdigen Argumenten, ohne auf ihre Eigeninteressen hinzuweisen. 

Ich hoffe sehr, dass viele an Burkwil Interessierte am 2. Dezember an der Gemeindeversammlung teilnehmen und für dieses Projekt stimmen. Ich bin sicher, wir alle werden spätestens an der Eröffnung in einigen Jahren stolz darauf sein, dass wir so weitsichtig waren und Burkwil eine Chance gaben.

 

xeiro ag