Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Wenn die Kunst ins Leben kommt

Im Rahmen des 25. Geburtstags der Parkresidenz verlegen zur Zeit vier Kunstschaffende ihr Atelier nach Meilen und lassen so Bewohner, Besucher und Gäste der Altersresidenz am Entstehen ihrer Werke teilhaben.

  • Die Zürcher Künstlerin Andrea Muheim arbeitete während einer Woche im Foyer vor dem Parkrestaurant. Foto: zvg

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Die Künstlerresidenz bringt die Kunst dahin, wo Menschen leben und arbeiten. Nicht in ein abgeschlossenes Atelier, sondern mitten ins Alltagsgeschehen der Altersresidenz. 

Den Anfang machte vergangene Woche die Zürcher Künstlerin Andrea Muheim. Nach einer kurzen Erkundungstour durch die Räumlichkeiten entschloss sich die 51-Jährige spontan, ihre Staffelei für eine Woche im Foyer vor dem Restaurant zu installieren. 

Und bald schon sitzt sie auch nicht mehr allein an ihrem Platz. Angestellte, Bewohner, Besucher und Gäste halten interessiert inne. Fragen sie nach den verwendeten Farben, werfen vergleichende Blicke auf das entstehende Bild und die Realität. Andrea Muheim entschied sich, sogenannte Schnellportraits auf die Leinwand zu bringen: «Im Atelier male ich solange, bis mir das Bild gefällt» –  hier hat sie sich rund 30 Minuten als Zeitrahmen für ein Portrait vorgenommen. 

Vier Künstler leben je eine Woche im Haus

Hinter dem Kunstprojekt «Artists in Residence» steckt die Idee, Kunstschaffende ins Haus zu bringen. Hierfür ziehen vier Künstlerinnen und Künstler nacheinander für je eine Woche in die Seniorenresidenz. Sie leben, wohnen und arbeiten unter den interessierten Augen der Bewohner, Gäste und Angestellten. «Viele unserer Gäste sind kunstaffin» sagt Tertianum-Geschäftsführer Markus Müller, «sie haben während ihrer aktiven Lebensphase häufig Museen, Theater und Galerien besucht, selbst gemalt oder gar Kunstsammlungen besessen.» Der Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern soll Diskussionen anregen. 

Das Konzept, welches in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin Karin Frei Rappenecker entstand, geht auf. Schon nach kurzer Zeit ist Andrea Muheim von Neugierigen umringt. Das Entstehen der Portraits wird kommentiert, Ratschläge werden diskutiert und der ein oder andere Pinselstrich erzeugt freudig überraschte Reaktionen. Manche nutzen die Gelegenheit, zusammen mit der Künstlerin am Künstlertisch gemeinsam das Mittag- oder Abendessen einzunehmen. Anregende Diskussionen über die Kunst sowie Kulturerlebnisse aus vergangenen Tagen lassen Erinnerungen wach werden. 

Lika Nüssli mit Kreativ-Workshops 

Noch bis und mit morgen Samstag ist nun die St. Galler Künstlerin Lika Nüssli «Artist in Residence». Sie hat sich als Comic-Künstlerin und Illustratorin einen Namen gemacht. Sie stellt begehbare Installationen her, malt, performt, publiziert Bücher und zeigt mit ihrer Arbeit für Kinder, über Demenzkranke oder in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen grosses gesellschaftspolitisches Engagement. Während der Projektwoche animiert sie Bewohnerinnen und Bewohner und Besucher jeweils am Nachmittag im Rahmen von Kreativ-Workshops zum Zeichnen. Die entstehenden Werke finden sich dann in der Kunstinstallation im Eingangsfoyer wieder. 

Ihr folgen vom 23. bis zum 29. September die Installationskünstlerin Barbara Meyer Cesta und vom 30. September bis 6. Oktober der Multimediakünstler Rudolf Steiner. 

Öffentlich zugängliche Kunstateliers: täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr, Tertianum Parkresidenz, Dorfstrasse 16, Meilen.

xeiro ag