Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Vorsicht, Ambrosia!

Schon wenige Pollen können heftige allergische Reaktionen auslösen: Das Aufrechte Traubenkraut – Ambrosia artemisiifolia – gilt für Allergiebetroffene als besonders gefährlich.

  • Nun blüht die Ambrosia: Ihre Pollen sind hoch allergen. Foto: zvg

1/1

Bereits elf Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter Luft genügen, um allergische Reaktionen auszulösen. Zum Vergleich: Bei Gräsern braucht es 50 Pollenkörner. 

Das Schlimme daran: Eine einzige Ambrosia-Pflanze gibt Millionen solcher aggressiver Pollen ab. Diese sind zudem besonders klein, leicht und können daher mit dem Wind über sehr weite Strecken fliegen. 

Vor allem im August und September sorgen die Ambrosia-Pollen für starke allergische Beschwerden bis hin zu Asthma. In der Schweiz sind acht Prozent der Bevölkerung auf Ambrosia-Pollen sensibilisiert, bei Menschen mit bereits vorhandener Pollenallergie sind es 21 Prozent.

Das Aufrechte Traubenkraut kommt hauptsächlich im Kanton Genf, im westlichen Waadtland sowie im Tessin vor. Als besonders gefährliches Unkraut muss die Pflanze seit 2006 amtlich gemeldet und bekämpft werden. Ausgerottet ist sie allerdings noch nicht.

Ein Käfer bringt Hoffnung

In Zukunft könnte ein kleiner Käfer – ebenfalls unabsichtlich aus Nordamerika eingereist – bei der Bekämpfung mithelfen. Bereits seit 2014 wird der Ambrosia-Blattkäfer {Ophraella communa) in der Schweiz erforscht. Eine Studie des Centre for Agriculture and Bioscience International in Delsberg konnte kürzlich aufzeigen: Der Käfer setzt der Pflanze so stark zu, dass sie um die 80 Prozent weniger Pollen produziert. Ausländische Eindringlinge sind normalerweise nicht willkommen, da sie für die einheimische Fauna und Flora oft eine Bedrohung darstellen. Beim Ambrosia-Blattkäfer scheint dies jedoch anders, da er sich hauptsächlich von der gefährlichen Ambrosia ernährt.

Tipps bei Heuschnupfen: 

Nur kurz stosslüften; vor dem Schlafengehen die Haare waschen; die Wäsche nicht im Freien trocknen lassen; bei schönem und windigem Wetter nur kurz an die frische Luft; immer eine Sonnenbrille tragen.

Der Pollenflug lässt sich übrigens auf www.pollenundallergie.ch oder mit der App «Pollen-News» beobachten.

 

xeiro ag