Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Vor dem Ortstermin

Die Zugskompositionen der S16 haben beim An- und Wegfahren auf dem Wendegleis in diesem Sommer teilweise ohrenbetäubend gequietscht. Ich kenne die technischen Gründe dafür nicht. Dagegen weiss ich, dass ich die Fenster bei diesem Lärm von 06.00 bis 21.30 Uhr nicht mehr offen lassen kann – mein Balkon liegt 15 Meter neben den Gleisen.

Zusätzlich verunmöglichen die unerwarteten Zischlaute der Ventilatoren während der Standzeiten uns Anwohnern des Wendegleises das Verweilen auf Sitzplätzen und Balkonen. 

Und wo ist nun die positive Meldung? Normalerweise fahren die Züge nach den halbjährlichen Nachtarbeiten der SBB an den Gleisen nur kurze Zeit auf leiseren Rädern. Seit den Arbeiten Ende Oktober, anfangs November hat das unerträgliche Gequietsche aber erstaunlicherweise erst marginal wieder eingesetzt, und auch die Ventilation bleibt momentan meist auf leiserem Lärmpegel. 

Ob das mit dem auf Mitte Dezember angesetzten Ortstermin von BAV (Bundesamt für Verkehr/SBB)mit klagenden Anwohnern zu tun hat? Oder mit den Lärmmessungen, welche die Anwohner verlangten? 

Ausserhalb der Betriebszeiten der S20 könnten die S7 und S20 wie früher Gleis 3 benutzen. Die Notwendigkeit, die S16 täglich von 06.06 bis 21.22 Uhr und sogar am Wochenende auf dem Wendegleis abstellen zu müssen, begründen die SBB mit «Fahrplanstabilität». Möchte die SBB die Strecke vielleicht wieder vermehrt mit Güter- und Sonderzügen befahren?

Die SBB lässt keine Kompromissbereitschaft erkennen, sondern will ihre Interessen ohne Rücksicht auf die Anwohnerinnen und Anwohner am Wendegleis durchsetzen. 

Zusätzlich zu den Lärmimmissionen stören die Lokiführer zweimal pro Stunde die Privatsphäre verschiedener Anwohner, nämlich wenn sie ihren Arbeitsplatz wechseln, indem sie der Zugskomposition entlang von der hinteren zur vorderen Fahrerkabine marschieren. Verständlicherweise gestalten sie diesen Weg etwas unterhaltsamer, indem sie auf die Sitzplätze und Balkone gucken. Die SBB weigern sich, einen Sichtschutz anzubringen mit der Begründung, es sei ja «nur SBB-Personal». Ahja? Und wieso sollte das SBB-Personal das Recht haben, sieben Tage lang unsere Privatsphäre zweimal pro Stunde zu stören? 

Ich hoffe sehr, dass die S16 ab Fahrplanwechsel nur noch während der Betriebszeiten der S20 abgestellt wird!

 

xeiro ag