Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Vier Millionen Franken sind zu viel

Es mag ja sinnvoll sein, ein neues, weiteres Feuerwehrgebäude gleich neben das alte zu stellen, um all die Gerätschaften, Anhänger und Fahrzeuge zentral zu parkieren. Aber es gibt auch einige Gründe die Vorlage der Gemeinde abzulehnen:

Durch die geplante komplizierte Struktur des Gebäudes mit auf jedem Stockwerk versetzten Grundrissen und insbesondere die Unterkellerungen/Grenzbauten und der daraus sich ergebenden teuren Abdichtungen/Überdeckungen und unter Berücksichtigung der heute bestehenden Topografie entstehen sehr hohe Baukosten von 3,9 Mio. Franken.

Berechnet man daraus mit den von der Gemeinde angegebenen Zahlen den Kubikmeterpreis umbauten Raumes gemäss SIA, ergibt dies Kosten von 1’060.00 Fr./m3. Mit einem solchen Kubikmeterpreis werden heute luxuriöse Eigentumswohnungen erstellt. Vergleicht man diese Preisfaktoren miteinander, kommt man sofort zum Schluss, dass der Preis für diese Einstellhalle mit zwei Dienstwohnungen massiv zu hoch ist. 

Gemäss diversen Berechnungen von Spezialisten sollte es möglich sein, bei einem solchen Projekt die Kosten um rund 750'000 Franken zu senken, um auf Totalkosten von ca. 3,2 Mio. Franken zu kommen. Dieser Preis würde sich auch mit den Preisen von anderen vergleichbaren Objekten decken. Und gäbe es auch einen anderen Standort, der einfacher zu überbauen ist? 

Obwohl der Gemeinderat eigentlich sparen müsste, plant er zudem zwei Wohnungen mit unattraktiven, viel zu schmalen Grundrissen über der Einstellhalle. Falls die Wohnungen jemals vermietet werden könnten, bekämen die Bewohner jeden Einsatz in Echtzeit mit. Zudem ist die Lage hinter der Midor mit ihren Anlieferungen und dem Abladen der LKW in der Nacht unattraktiv.

Ich vermisse die Sparbemühungen unseres Gemeinderates. Bis jetzt musste er noch keine Rechenschaft über die massive Kostenüberschreitung im Projekt «Mezzetino» ablegen. In den nächsten Jahren werden weitere Bauprojekte auf uns zu kommen. Es ist bereits absehbar, dass der bestehende und auch der neue Schulraum in Feldmeilen nicht ausreichen werden. Weiters sind ein neuer Bushof in Herrliberg-Feldmeilen geplant und ein zusätzlicher Zugang zu den Bahnsteigen in Meilen. Wie sollen wir all diesen Luxus finanzieren? Mit einer oder weiteren Steuererhöhungen?

Die RPK empfiehlt die Ablehnung dieses Geschäfts. Folgen Sie dieser Empfehlung und legen Sie ein Nein in die Urne. Geben Sie dem Gemeinderat die Chance – wenn überhaupt – ein günstigeres Projekt vorzulegen.

xeiro ag