Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Vier Flecken machen sie unverwechselbar

Die Vierfleck ist fast über die gesamte Nordhälfte (Holarktis) des Erdballs verbreitet. Es gibt sie in Mitteleuropa, Nordeuropa, Asien, Alaska, Kanada... und an Meilemer Gartenteichen.

  • Fotografiert an Feldmeilemer Gartenteich: Eine Vierflecklibelle. Foto: Christine Stückelberger

1/1

Die insgesamt vier dunklen Flecken pro Flügelpaar an den Flügelvorderrändern waren für den Namen «Vierfleck» (Libellula quadrimaculata) ausschlaggebend. Die Flügelspannweite der hübschen Grosslibelle beträgt etwa 6,5 bis 8 Zentimeter, ihre Körperlänge zwischen 4 und 4,5 Zentimeter.

Vierfleck-Männchen und -Weibchen sind gleich gefärbt und nur durch die Hinterleibsanhänge zu unterscheiden: Die Anhänge der Männchen sind etwas länger und leicht nach aussen gebogen, die der Vierfleck-Weibchen sind gerade. Ausserdem besitzen die Männchen einen etwas kürzeren dritten Anhang, der sich mittig unter den oberen beiden befindet.

Die Färbung ist in der Jugend goldbraun, später matt dunkelbraun, und an den Seiten des Hinterleibs befinden sich kleine gelbe Flecken. Der ganze Körper ist stark behaart. Von anderen Arten ist der Vierfleck recht einfach durch die charakteristische Verteilung der Flügelmale zu unterscheiden. Jeder Flügel hat in der Mitte der Flügelvorderränder einen dunklen Fleck.

Vierflecke besiedeln meist sonnige, vegetationsreiche Teiche aber auch grössere stehende Gewässer mit pflanzenreichen Ufern. Schnell fliessende Gewässer hingegen werden vom Vierfleck gemieden. Unterwegs sind die Tiere bevorzugt in den Monaten Mai bis August.

Eine Besonderheit des Vierflecks ist, dass er sich nach dem Schlüpfen gerne eine neue Heimat sucht: Er ist nicht sehr standorttreu und wandert nach dem Aushärten oft ab. 

Die Männchen haben feste Sitzwarten wie erhöhte Schilfhalme, zu denen sie nach der Jagd immer wieder zurückkehren. Daraus ergibt sich auch ein Tipp für Fotografen: Stöckchen in Ufernähe in die Erde stecken, Kamera bereithalten und warten. In der Regel wird es nicht lange dauern, und ein Männchen lässt sich darauf nieder.

Die Paarung erfolgt sehr schnell im Flug und dauert nur wenige Sekunden, das Weibchen legt die Eier fliegend ab. Die Entwicklung der Larven schwankt zwischen einem (unter sehr günstigen Bedingungen), zwei (normale Bedingungen) und drei Jahren (sehr kühle Gewässer).

xeiro ag