Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Unterschiedliche Techniken in einer Ausstellung vereint

Die fünf Frauen, die seit letztem Freitag im Ortsmuseum Meilen ihre Bilder ausstellen, haben nicht nur ihre Herkunft – sie stammen alle aus Osteuropa –, sondern auch die Leidenschaft für die Kunst gemeinsam. Die Ausstellung ist geprägt von starken Frauen auf und neben der Leinwand.

  • Svetlana Steiger: «Auf der Brücke». Für sie ist die Malerei Leidenschaft und Herausforderung. Fotos: MAZ/zvg

  • Zarin von Olga Schnyder.

  • Irina Hofmann arbeitet am besten nachts. So ist auch «Herbst» entstanden.

  • Aura Elli: «Jugend». Ihre liebsten Motive sind Tiere

  • Victoria Rechsteiners «Grazie». Die Künstlerin liebt die Freilichtmalerei.

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Unter dem Titel «5 Frauen – 50 Ideen» stellen die Künstlerinnen selektiv ausgewählte Qualitätsbilder aus, die entweder technisch sehr anspruchsvoll oder von tiefer spiritueller Bedeutung sind, so der Vernissage-Laudator Oliver Hofmann, Gatte einer der Künstlerinnen. Die Maltechniken wie auch die Sujets sind unterschiedlich und reichen von Grafik über Bleistift und Aquarell bis hin zu Acryl, Öl und Collage. Oliver Hofmann: «Alle fünf Frauen haben ihre Jugend in ihren Heimatländern mit politischen Wirren erlebt und den mutigen Schritt in den Westen gewagt. Neben ihrer Herkunft haben sie die Kunst als verbindendes Element gefunden.» Heute leben sie alle in Meilen und Umgebung.

Die fünf haben unterschiedliche Vorlieben und Arbeitstechniken. Victoria Rechsteiner, die in der Ukraine geboren wurde, studierte an der Moskauer Staatsuniversität. Inspirieren lasse sie sich von Werken von Ferdinand Hodler, Claude Monet oder Nicholas Roerich. Sie fand in der Schweiz zur Plein-Air-Malerei und reist gerne ins Berner Oberland, nach Frankreich oder Indien, um sich für ihre Bilder inspirieren zu lassen. Aura Ellis liebste Motive sind Tiere. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung am Liceo Artistico in Zürich entwickelte sie ihren eigenen Malstil mit bunten Farben und verzauberter Atmosphäre. Geboren ist sie in Moskau. 

In der Nacht arbeitet es sich am besten

«Inspiration für die Kunst erhalte ich am besten zu Zeiten, in welchen andere Menschen schlafen», sagt Irina Hofmann, und Oliver Hofmann bestätigt, dass sie in der Nacht am besten arbeiten kann. Geboren in der ehemaligen DDR, in Potsdam, und aufgewachsen in Moskau, kam die Künstlerin 2013 in die Schweiz. Bereits in Russland besuchte sie am Abend nach der Arbeit Master-Klassen in Kunst und bildete sich als Künstlerin stetig weiter. «Sie liebt klassische Werke und ist stark in der traditionellen Malerei grosser Künstler wie Schischkin, Klimt oder Monet verhaftet», sagte Oliver Hofmann. Ihre Werke seien daher mit klassischen Sujets von Menschen, Natur oder mystischen Welten aufgebaut. Auch sie bedient sich unterschiedlicher Techniken wie Farbstift, Acryl oder Öl. 

«Einfach Frau»

Der rote Faden in Olga Schnyders Bildern ist das Thema «Einfach Frau». Die Ukrainerin schloss in Kiew ein Grafikstudium ab und liess sich zur Kunstschullehrerin ausbilden. Portraits sind ihr Fachgebiet. Zudem unterrichtet sie Zeichnen und gibt Malkurse in ihrer Art-Academy für Kinder und Erwachsene. «Ihr Malstil reicht von Grafik mit Tusche zu Aquarell und Mischtechniken. Inspirieren lässt sie sich dabei von Gustav Klimt.»

Etwas für jeden Geschmack

Svetlana Steiger, die nach einer Ausbildung zur Modedesignerin ein Architektur- und Kunststudium in St.Petersburg abschloss, zeichnet schon, seit sie sich erinnern kann. «Malerei ist für sie Leidenschaft und Herausforderung zugleich», sagt Oliver Hofmann. Sie beherrsche die Techniken Acryl, Bleistift und Öl, wobei sie sich momentan mit Mischtechniken befasse, so Oliver Hofmann weiter. 

Die Vielfalt der Bilder macht diese Ausstellung so speziell. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Jane Flames, die mit Gitarre und Gesang die Besucher überzeugte. 

Ausstellung «5 Frauen – 50 Ideen» im Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14. Offen jeweils am Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Die Ausstellung dauert bis am 22. Dezember. 

xeiro ag