Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Unnötig und aus Nahdistanz

In der vergangenen Ausgabe wurde das Thema «neue Mobilfunkanlage» im Leserbrief von Michael Biefer aufgegriffen. Seiner Argumentation kann ich nur beipflichten, möchte sie jedoch um ein paar Punkte ergänzen.

Die Grundannahme vieler Untersuchungen besteht darin, dass Mobilfunkantennen an Orten platziert werden, die einen Mindestschutz durch Dächer und/oder Wände garantieren. Dies ist im Falle der neuen Anlage nicht der Fall. Gerade die Wohnungen in direkter Nachbarschaft werden maximal bestrahlt, ohne sich baulich schützen zu können. Unsere Wohnungen sind alle seeseitig ausgerichtet, das heisst, eine Reduktion der Strahlung findet schlichtweg nicht statt. Wir werden 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche der Strahlung der Mobilfunkantenne ausgesetzt. Aus absoluter Nahdistanz.

Die andere Frage ist die des Nutzens. Wir können uns in Feldmeilen grundsätzlich nicht über schlechten Mobilfunkempfang beschweren. Klar, besser ginge immer, aber ist dies auch wirklich notwendig? Dazu besitzt jeder Haushalt einen modernen Glasfaseranschluss, Gewerbe ist ziemlich übersichtlich vertreten – und als beliebter Ausflugsort trotz «Meilemer Horn», das primär durch Einwohner genutzt wird und mit 4G sehr gut erschlossen ist, ist Feldmeilen bis dato auch nicht bekannt.

Für wen scheint die Antenne also gedacht? Eher nicht für die Einwohner Feldmeilens. Realistischer: für öV-Benutzer der angrenzenden S-Bahn-Linie sowie den Schiffstourismus.

Ist dies der Fall, stellt sich automatisch die Frage, ob es nicht bessere Standorte gibt als eine sehr niedrig platzierte Sendeanlage mitten in einem familiären Wohngebiet mit einem vergleichsweise hohen Kinderanteil?

xeiro ag