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Trotz schwierigen Umständen motiviert

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Gino das Restaurant Feldegg neben der ehemaligen Post Feldmeilen von Giuseppe Serra übernommen. Das «La Rustica Feldegg» bietet seinen Gästen italienische Köstlichkeiten, die mit viel Liebe zubereitet werden.

  • Eine Kundin holt ihre bestellten Pizzen bei Gino ab. Einen kleinen Salat gibt’s kostenlos dazu. Foto: MAZ

  • Sogar Antipasti können für zu Hause bestellt werden. Foto: zvg

  • Ein junges Pärchen aus Küsnacht legt spontan einen Zwischenstopp im La Rustica ein und studiert die Speisekarte. Foto: MAZ

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Bereits bei der Übernahme des Restaurants wusste Gino, wie ihn alle nennen, dass es nicht ganz einfach werden würde – das Feldegg war zu diesem Zeitpunkt nämlich bereits seit acht Monaten geschlossen. Dies, weil der leidenschaftliche Gastgeber Giuseppe Serra, der in Erlenbach noch das Ristorante Fiorello betreibt, aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste. 

Dass die Entscheidung richtig war, merkte sein Nachfolger aber schnell. «Giuseppe und ich haben uns von Anfang an gut verstanden, konnten uns schnell auf die Übernahmebedingungen einigen, auch weil Giuseppe mir entgegenkam, und sind mittlerweile gute Freunde. Ich habe mich sofort in die Lokalität verliebt und wusste, das wird mein neues Baby», sagt Gino, der vorher das Restaurant Toscana in Greifensee führte. Übernommen hat der gelernte Restaurant-Fachmann und Koch das «La Rustica» im Januar 2020. Er investierte Zeit und Geld in die Herrichtung und Wiederinbetriebnahme der Räumlichkeiten und der Küche. 

Der feierliche Eröffnungsabend Ende Januar 2020 mit Gratis-Buffet und Prosecco fand grossen Anklang bei potentiellen Gästen. «Wir hatten ein volles Haus.» Bereits am zweiten Tag habe er aber gemerkt, dass es schwierig werden könnte, regelmässig viele Gäste zu bewirten, da direkt vor dem Haus die Strasse erneuert wurde. Die Zufahrt zum Restaurant war extrem erschwert, Parkplätze waren Mangelware. Dennoch füllte sich das Restaurant immer mehr. 

«Es fing richtig an, Spass zu machen, weil es für mich nichts Schöneres gibt, als zufriedene Gäste. Selbst wenn sie beim Bahnhof Feldmeilen parkieren mussten, um dann zu Fuss zu uns zu gelangen, sie kamen und wollten uns unterstützen», erinnert sich Gino. 

Der Lockdown war ein Schock

Doch nun kam der Schock: Per 16. März 2020 mussten alle Restaurants ihre Türen schliessen. «Als ich das aus dem Fernseher erfuhr, konnte ich es zuerst gar nicht glauben und ging sofort bei der Gemeinde vorbei, um mich zu informieren.». Dort wurde ihm bestätigt, dass alle Restaurants schliessen müssen, dass er aber immerhin die Möglichkeit habe, ein Take-Away-Angebot aufzuziehen. Diese nutzte er auch. «Heute sind wir uns gewohnt, dass alles von einer Woche auf die andere ändern kann. Vor einem Jahr war das alles noch neu.» Das Take Away kann die Umsatzeinbussen natürlich nicht wettmachen, die zwei Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. 

Es hilft aber, um die Rechnungen zu bezahlen, um bei den Gästen im Gespräch zu bleiben und auch um eine Beschäftigung zu haben. Dass Gino sein «Baby» unter allen Umständen weiter am Leben erhalten will und für seine Gäste da ist, zeigt sich daran, dass er kaum einen freien Tag hatte, seit die Pandemie den Alltag dominiert. 

Kochen mit Leidenschaft

Wie beliebt Gino als Gastgeber ist, zeigt sich an der grossen Unterstützung, die er von seinen Gästen bekommt. «Viele bestellen ganz bewusst regelmässig bei mir, weil sie mich unterstützen wollen.» Auch in den Monaten, in der das Restaurant unter Schutzkonzept geöffnet werden konnte, seien die Gäste so oft gekommen wie möglich. Dafür sei er sehr dankbar. Es sei einfacher zu kämpfen und die Motivation nicht zu verlieren, wenn man so tolle Unterstützung der Gäste erfahre. 

Und diese kamen nicht nur, weil Gino ein Vollblut-Gastgeber ist, sondern weil seine Leidenschaft für die Gastronomie und gutes Essen auch in seinen Gerichten erkennbar ist. «Kochen ist für mich eine eigene Kunstform. Nur mit viel Leidenschaft am Herd springt der Funke über!»

Von Pizza bis Saltimbocca

Bestellen kann man alles, was auf der Karte steht. Pizza, Pasta oder klassische italienische Fleischgerichte wie Saltimbocca sind «über d’Gass» erhältlich. Der Renner sind indes Pizzen und Pastagerichte. Im Restaurant bestellen die Gäste früher eher Antipasti, Gnocchi, Tagliata di Manzo, Scaloppine al Limone oder andere italienische Fleisch- oder Fischgerichte. Immer beliebt ist das hausgemachte Tiramisu. 

Einen Lieferservice hat das La Rustica keinen. In Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn jemand nicht mehr gut zu Fuss ist oder keine Möglichkeit hat, die Mahlzeit abzuholen, setzt sich Gino aber auch mal ins Auto und liefert persönlich. 

Während den Take-Away-Öffnungszeiten steht die Tür zum Restaurant immer offen. Das lockt auch Gäste an, die beim Vorbeigehen spontan Lust auf eine Pizza bekommen. Am Montag etwa war ein junges Paar aus Küsnacht zu Fuss Richtung Bahnhof Feldmeilen unterwegs, studierte die Speisekarte und nahm eine Stärkung für den Heimweg mit.

Tag für Tag nehmen

Grosse Pläne für die Zukunft gibt es nicht. «Wir nehmen es Tag für Tag. Noch wissen wir ja nicht, wann wir wieder Gäste bewirten können», sagt Gino und betont, dass die Hoffnung auf eine baldige Öffnung gross sei. Er wünscht sich, dass auch seine Mitarbeitenden endlich wieder zur Arbeit kommen können. So oder so verliert er aber nicht die Motivation: «Solange uns unsere Gäste so tragen, bleiben wir motiviert, weiter zu kämpfen und positiv in die Zukunft zu schauen.»

Restaurant La Rustica Feldegg, General-Wille-Strasse 108. Take Away täglich von 11.30 bis 14.00 Uhr und 18.00 bis 22.00 Uhr. Für Bestellungen: Telefon 076 245 28 48.

xeiro ag