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Tiere helfen Kranken

Seit Juni letzten Jahres arbeitet Hero als Therapiehund auf der Palliativstation im Spital Männedorf und begleitet Patientinnen und Patienten in einer schwierigen Zeit.

Hero und seine Halterin Mia Haller gehören dem Verein Therapiehunde Schweiz an. Sie sind ehrenamtlich im Einsatz und engagieren sich für das körperliche und mentale Wohlbefinden kranker Menschen.

Zwergpudel Hero besucht zusammen mit seiner Halterin regelmässig Patientinnen und Patienten der Palliativstation. Er ist der einzige Vierbeiner, der das Spital betreten darf. Bei seinen Spitalbesuchen trägt er ein rotes Hundegeschirr mit der Aufschrift «Therapiehund». 

Hero hat sich an bestimmte Hygienevorschriften zu halten. So werden ihm vor jedem Besuch die Pfoten gewaschen, das Fell wird gekämmt, und die Augen, Ohren und Schnauze werden gereinigt. Er und seine Halterin wurden speziell für solche Einsätze ausgebildet.

Therapie durch Zuneigung

Jeder Besuch bei schwerkranken Patienten ist einzigartig. Beim Betreten des Patientenzimmers steigen dem Therapiehund verschiedenste Gerüche in die Nase. Es riecht nach Desinfektionsmittel, Wiesenblumen, Körperlotion und Lavendel. Es riecht aber auch nach Angst, Angst vor dem Sterben, Angst loszulassen. 

Patienten, die es wünschen, erhalten Besuch vom Therapiehund. Mit langsamen Bewegungen legt er sich dicht zu den Patienten, den Kopf auf ihre Brust gelegt. Er atmet ruhig und versucht diese Ruhe und Gelassenheit auf die kranken Menschen zu übertragen. Mit der Zeit beginnen sich die Patienten zu öffnen und vertrauen sich dem Team Mia und Hero an. Therapiehunde werden oft auch als Zungenlöser oder Eisbrecher bezeichnet. Durch ihre Anwesenheit werden die Menschen gelassener, ihr Puls senkt sich, und sie können sich entspannen.

Positive Auswirkungen auf therapeutische Behandlungen

Der Hund ist kein Gerät, sondern ein Lebewesen und schafft deshalb eine emotionale Beziehung zu den Menschen. «Ein Therapiehund ist eine gute Ergänzung zu unserem interdisziplinären therapeutischen Repertoire der Palliativ-Versorgung», sagt Dr. med. Dominik Schneider, designierter Chefarzt Innere Medizin in Männedorf. Hero löst positive emotionale Reaktionen bei den Patienten aus, diese verbessern die körperliche Entspannung oder beeinflussen die Motivation zur körperlichen Aktivierung. Über den regelmässigen Spitalbesuch von Hero freuen sich nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern auch das gesamte interprofessionelle Team auf der Palliativstation.

xeiro ag