Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Stummfilm von 1918 mit Live-Musik

Georges Bizets «Carmen» ist ein Glücksfall der Operngeschichte, Ernst Lubitschs Carmen-Verfilmung von 1918 ein Glücksfall der Stummfilm-Ära.

  • Das Geschehen auf der Leinwand wird mit Live-Begleitung unterstrichen oder parodiert. Foto: zvg

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Es war eine aufgewühlte und finstere Zeit, als Ernst Lubitsch seinen Stummfilm «Carmen» 1918 in den Filmateliers von Berlin-Tempelhof drehte. Davon spürt man allerdings nichts in seiner genialen Verfilmung von Prosper Mérimées Novelle: Die historische Wirklichkeit jener Jahre wurde ganz einfach ignoriert.

Bei der Neuvertonung von «Carmen» in Kammermusik-Version lehnt sich Armin Brunner bewusst an die Filmmusiktechnik der 1920er-Jahre an, indem er mit Musik verschiedenster Herkunft den stummen Film «tapeziert», d.h. mit dem Orchester vor der Leinwand das filmische Geschehen entweder musikalisch betont oder aber mit unerwarteten Klängen augenzwinkernd parodiert.

Dirigent Christof Escher widmet sich nebst seiner internationalen Tätigkeit als Konzert- und Opern-Dirigent mit Leidenschaft der Live-Begleitung von Stummfilmen. Mit verschiedensten Orchestern hat er im In- und Ausland Filme wie «Alexander Nevsky», «Metropolis», «Panzerkreuzer Potemkin» oder «Nosferatu» aufgeführt. Orchester: Mitglieder des Sinfonia Ensembles.

Stummfilm mit Live-Musik, Samstag, 15. September, 20.00 Uhr, Kulturschiene beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen. Abendkasse und Bar ab 19.00 Uhr. Tickets 40 Franken (AHV, Schüler 35 Franken). Reservation: post@kulturschiene.ch oder Tel. 044 391 88 42.

xeiro ag