Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Spenden mit «Watura»

Trinkwasser an fast jeder Ecke zur Verfügung zu haben, ist für uns selbstverständlich. Es gibt aber nach wie vor viele Länder, in denen der Zugang zu sauberem Wasser fehlt. Diesem Problem möchten sechs Gymischüler der Kantonsschule Hottingen mit «Watura» entgegenwirken.

  • Die beiden Meilemer Michael Moser und Marc Schmitz haben gemeinsam mit Rex Geradu, Vincent Magne, Morena Meldin und Anthony Meier (v.l.) das Start-up-Unternehmen Watura gegründet. Fotos: zvg

  • Das schlichte, elegante Design der Trinkflaschen ist zeitlos. Der Deckel ist personalisierbar.

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Rex Geradu, Vincent Magne, Anthony Meier, Morena Meldin, Michael Moser und Marc Schmitz – die zwei Letztgenannten wohnen in Meilen – haben im Rahmen eines Schulfachs gemeinsam das Start-Up-Unternehmen «Watura» gegründet. Der Name ist abgeleitet von «Water» und «Natura».

Die 17- bzw. 18-jährigen Gymnasiasten produzieren und verkaufen Wasserflaschen aus Glas mit dem Ziel, den PET-Verbrauch zu minimieren. Zudem wird jede Glasflasche – sie eignet sich natürlich auch als Behälter für Softdrinks, Tee oder ähnlichem – mit einem QR-Code bedruckt, der die Nutzer nach dem Scannen auf eine Karte weiterleitet, auf der die nächste öffentliche Quelle für sauberes Trinkwasser angezeigt wird. Wie Watura-CEO Rex Geradu erklärt, existierte die Online-Karte bereits, ist aber den wenigsten Menschen bekannt: «Durch den Scan des Codes wird man nun direkt auf die Webseite gelenkt.»

Personalisierte Flaschen erhältlich

Die wiederverwendbare Glasflasche aus Borosilikatglas, einem chemikalien- und temperaturbeständigen Glas, hat ein schlichtes Unisex-Design. Sie ist durchsichtig und ist, abgesehen vom QR-Code auf der Rückseite, nur mit dem Watura-Logo und dem Logo des Produzenten bedruckt. Der auslaufsichere Drehverschluss aus Edelstahl kann auf Wunsch individuell mit einem Schriftzug von maximal 30 Zeichen Länge bedruckt werden. Die elegante Flasche fasst 750 Milliliter und ist spülmaschinenfest. Die Standardausführung kostet 29.90 Franken. Mit persönlichem Schriftzug liegen die Kosten bei 34.80 Franken. 

Optimaler Schutz für die Flaschen bietet eine Hülle aus Filz, die in Grau oder Schwarz für 8.50 Franken erhältlich ist. Ein gelb- oder roségoldfarbener Anhänger rundet das Design der Schutzhülle ab. Sie schützt nicht nur die Flasche, sondern auch die Hände, sollte die Flasche mal mit heissem Wasser befüllt werden. Erhältlich sind die Produkte im Online-Shop der Firma (www.watura.ch). 

Für Brunnenbau in Afrika

Während es in unseren Breitengraden viel hilft, wenn der PET-Verbrauch abnimmt, will das junge Unternehmen auch seinen Teil dazu beitragen, dass sauberes Trinkwasser in anderen Teilen der Welt überhaupt verfügbar wird. Dazu haben die Gymischüler mit der Non-Profit-Organisation «Wasser für Wasser» zusammengespannt, die sich für einen sicheren Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen, speziell in Sambia und Mosambik, einsetzt. Vom Erlös jeder verkauften «Watura»-Flsche werden drei Franken an die Organisation gespendet. 

Ziel ist es, innerhalb eines Jahres mindestens 3000 Franken als Spenden über den Flaschenverkauf zu generieren, also tausend Flaschen zu verkaufen. Die Hälfte ist bereits geschafft: 1500 Franken konnten seit dem Verkaufsstart im November 2020 überwiesen werden. Dies bedeutet für 15 Menschen lebenslanger Zugang zu sauberem Wasser. 

Eine Initiative von «YES»

Watura entstand für das Schulfach «Miniunternehmen», das die Gymischüler mit Schwerpunkt «Entrepreneurship» an der Kanti Hottingen besuchen. Als Wettbewerbsbeitrag gründen die Schüler im 3. Jahr des Kurzzeitgymnasiums jeweils ein Unternehmen und werden dabei beratend von «YES – Young Enterprise Switzerland» unterstützt. «YES» entwickelt und betreut praxisorientierte Wirtschafts- und Meinungsbildungsprogramme für Schülerinnen und Schüler. 

Finanziell werden die gegründeten Firmen jedoch nicht unterstützt. Sie legen das Startkapital fest, mit dem dann gearbeitet werden muss – zusammengetragen wird es von den Kantischülern selber. «Dafür dürfen wir auch mit dem Gewinn so umgehen, wie wir möchten. Auch was mit der Firma nach dem ein Jahr dauernden Wettbewerb passiert, ist uns überlassen», erklärt Rex Geradu. 

Wie es weiter geht, wissen die sechs noch nicht. Momentan sind sie einfach glücklich, dass ihre Idee Anklang findet, und dass sie mit jeder verkauften Flasche nicht nur in ihren persönlichen Erfolg vergrössen, sondern auch Gutes tun. 

Bestellungen: www.watura.ch

Wo liegt der nächste Trinkbrunnen?

Brunnen-Map

xeiro ag