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Sonderbauvorschriften gefährden historisches «Plätzli»

Sonderbauvorschriften mögen in zentrumsnahen Gebieten ein wirkungsvolles Mittel zur Verdichtung sein – in zentrumsfernen Quartieren zerstören sie jedoch den angestrebten Wechsel von dichter und lockerer Überbauung. Ganz verfehlt sind sie, wenn dadurch eine historische Häusergruppe durch massige Neubauten erdrückt wird und ihre harmonisch gewachsenen Proportionen verdeckt werden.

Die beiden Weinbauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert im «Plätzli» an der General Wille-Strasse 330 und 331 bilden heute eine wohltuende Einheit mit ihrer Umgebung. Die modernen Bauten rundum haben eine massvolle Grösse. Die Sonderbauvorschriften (Baumasse bis 20% grösser, Fassadenhöhe max. +3,3m gem. Art. 68) lassen aber Neubauten zu, welche diese Harmonie unverhältnismässig stören oder gar zerstören.

Aus dem gleichen Grunde soll dieses Gebiet von WG 2.4 nach W 2.4 umgezont werden. Denn auch WG 2.4 ermöglicht die Erhöhung der Baumassenziffer um 20%. 

Tragen wir Sorge zu unserem kulturellen Erbe und sagen Nein zu Sonderbauvorschriften und Gewerbeanteil in schützenswerten, zentrumsfernen Gebieten wie dem alten «Plätzli».

 

xeiro ag