Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Skulpturen und Zeichnungen aus der Sammlung Lipsi

Die Sammlung Lipsi, im nahegelegenen Hinwil domiziliert, zeigt vom 22. Juni bis 4. September in Meilen eine Auswahl von Werken des polnisch-französischen Künstlers Morice Lipsi.

  • Der obere Dorfplatz wird bis am 4. September zum Freiluft-Kunstraum. Foto: zvg

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Zu sehen sind Skulpturen sowie Zeichnungen. Die Ausstellung findet an zwei Orten statt, auf dem Dorfplatz und im Gemeindehaus, und ist frei zugänglich (draussen) oder während den Öffnungszeiten des Gemeindehauses (drinnen). 

Anlass der Ausstellung ist die Verlegung der Sammlung Lipsi von Frankreich in die Schweiz. Die Werke befanden sich bis vor kurzem auf einem Gelände in Rosey im französischen Jura und wurden im Oktober des vergangenen Jahres in die Schweiz transportiert. Die Sammlung ist heute in einem eigenen Schaulager untergebracht, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Wahl des Ausstellungsorts fiel auf Initiative des Enkels des Künstlers, Daniel Heini, auf Meilen, da dieser hier wohnhaft ist. 

Die aktuelle Werkschau von Morice Lipsi (1898-1986), dessen Oeuvre heute zum Kanon der abstrakten Monumentalplastik gehört, bietet die Gelegenheit, einen aussergewöhnlichen Künstler wieder zu entdecken. Lipsis bemerkenswertes Gespür für Material und Textur und seine ins Meditative ausgreifende Arbeit am Stein haben Werke hervorgebracht, deren wuchtige Präsenz und haptischer Reiz auch heute noch zu berühren vermögen.

Während der Dauer der Ausstellung bietet sich auf dem Dorfplatz die Möglichkeit, zu verschiedenen Tageszeiten das Spiel von Licht und Schatten auf den mit Hammer und Meissel direkt in den Stein gehauenen Skulpturen zu betrachten. Das sich mit dem Stand der Sonne stetig verändernde Streiflicht auf der Oberfläche der verschiedenen Gesteinsarten betont das Volumen dieser massiven und zugleich grazilen Werke, die ihre volle Wirkung unter freiem Himmel entfalten können. 

Morice Lipsi war ein bedeutender Vertreter der abstrakten Nachkriegsmoderne. Sein Werk war in zahlreichen Institutionen zu sehen, darunter das Musée d’art moderne de la ville de Paris; das Musée Rodin, Paris; das Centre national d’art plastique, Paris; das Musée de Pontoise; das Musée national Fernand Léger, Biot; die Kunsthalle Mannheim; die Documenta II; das Musée cantonal des beaux-arts, Lausanne; die Kunsthalle Bern.

Skulpturen und Zeichnungen aus der Sammlung Lipsi. Öffentliche Vernissage, 2. Juli, 18.00 Uhr, oberer Dorfplatz. Schlechtwetter-Variante: Gemeindehaus.

xeiro ag