Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Singe, wem Gesang gegeben!

Der Löwen-Saal war fast bis auf den letzten Platz besetzt: Das Publikum freute sich auf die Performance von Sänger Michael von der Heide.

  • Michael von der Heide präsentierte sein neustes Werk und einen Querschnitt durch sein Schaffen.

  • Der Star des Abends war mit einer grossartigen Band angereist. Fotos: MAZ

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Nach der Begrüssung durch Vorstandsmitglied Regula Litschig und einem Instrumental-Intro von Alex Ventling (Klavier), Martin Buess (Gitarre), Beni Bürgin (Schlagzeug) und Philipp Klawitter (Kontrabass) betrat der Star des Abends die Bühne, vom Publikum standesgemäss beklatscht.

Ein Mix von 20 Zeugnissen aus von der Heides neuem Album «Rio Amden Amsterdam» und älteren Liedern stund an. Gekonnt stellte sich der Sänger hinter das Mikrophon, vom Ventilator angeweht, sein Markenzeichen, die Haarmähne, ebenso gekonnt in Szene setzend wie seine gut klingende Stimme. 

Im Eröffnungslied berichtete er suggestiv «in dieser Stadt kenn ich mich aus» und (nach applaudiertem Klavier-Solo von Alex Ventling) dass «mich in dieser Stadt nichts mehr hält». Schon im zweiten Chanson animierte er das Publikum im Refrain nach «on s'imagine une grande maison» erfolgreich zum Mitklatschen, die Stimmung der Zuhörer war schon jetzt mehr als angetan. Dazu trugen Beleuchtung (Fabian Amsler) und Ton-Mix (Cedric Voegeli) nicht unwesentlich bei. So passte flackerndes Bühnen-Licht ausgezeichnet zu «ich kenne den Weg…ich finde Dich nicht». 

Zwischendurch nahm Michael von der Heide mit dem Publikum direkt Kontakt auf, etwa mit einem Fotografen, oder er passte kurzerhand den Text dem Aufführungsort an: «…zwischen Lyon, Meilen und Amsterdam». In Nicolettas «Il est mort le soleil… et moi, mais je suis le seul» begeisterten das kantable Gitarrensolo von Martin Buess wie die überaus geschickte Instrumentation. 

Selbstverständlich verpasste es der Protagonist nicht, helvetisches Schaffen aufleben zu lassen: Zu erstaunlich hintergründigem Text von Hans Moeckli und der Melodie von Hans Gmür «Öiserais, dä cha das au!» bewies der Solist ebenso erstaunliche körperliche Agilität wie später zum Text «dans les rues de St. Germain». Das Wortspiel Chopin/«Schopinhauer» verriet des Akteurs geistige Vifheit mit Hintergrund. In «j'étais si bien entre père et maman» erging sich das Ensemble nach vollstem Fortissimo in feinstem Ausklingen, dass es eine Freude war.  

Immer wieder durfte das Publikum mitklatschen, die erwähnten Qualitäten erheischten neuerlich Bewunderung. Im ends gesetzten «oh, oh, oh», glänzte Michael von der Heide erneut in allen Stimmlagen und sang wettermässig stimmig «il pleut» – draussen regnete es in der Tat. 

Grossapplaus, Schreie und Pfiffe erwirkten nach Rosenübergabe aus den Händen Regula Litschigs zwei Tutti-Dreingaben, ehe der Matador mit dem «schönschte Abigstärn» das Publikum solo in die Nacht entliess.

xeiro ag