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Sieg in der «Zürisee-Morgenshow»

Im Züriseederby gegen die Lokalrivalen aus Zumikon und Küsnacht reichten den Lions gute fünfundzwanzig Minuten, um auch dieses zu gewinnen. Die Leistung in der restlichen Spielzeit war allerdings noch zu wenig konstant.

Zu Beginn des Spiels funktionierte noch gar nichts bei Gelbschwarz. Zürisee schien an diesem 9. Februar wacher am frühen Morgen, bedankte sich mit dem Führungstreffer und legte nach einer Strafe gleich noch zum 0:2 nach, scheinbar ohne grossen Aufwand. 

Bei der ersten Strafe gegen Auckenthaler zeigte sich bereits, dass mit den Schiedsrichtern an diesem Tag nicht zu spassen war: Das für 1.-Liga-Spiele berechtigte Duo, bestehend aus einem Tessiner und einem italienischen IFF-Schiedsrichter, musste wohl noch viel früher aufstehen als die beiden noch schlaftrunkenen Mannschaften.

Nun wurde es Zeit für die grosse Wende: Die Lions traten im zweiten Abschnitt endlich mit der nötigen Aggressivität auf und setzten die Blauweissen immer mehr unter Druck. Dass dabei bereits nach zwölf Sekunden ein geniales Zuspiel von Menzi auf Neubauer gekonnt verwertet wurde, half natürlich. Doch die Tormaschinerie lief weiter. Einige Minuten später entwischte Auckenthaler der gegnerischen Abwehr und haute den Ball mit einer derartigen Präzision in die Maschen, dass das runde Weisse gleich an beiden Pfosten abprallte, bevor es im Gehäuse landete. Noch später gelang derselben Linie ein weiterer Treffer, als Hartmann in seiner typischen Manier vor dem Züriseetor am schnellsten reagierte und zur erstmaligen 3:2-Führung einnetzte.

Im letzten Spielabschnitt galt es nun, die Führung weiter auszubauen. Nach einer in beiden Lagern umstrittenen Zweiminutenstrafe beschwerte er sich so sehr beim Schiedsrichter, dass ihn dieser kurzerhand mit einer Zehn- plus Zweiminutenstrafe bestrafte. Damit war die Partie für ihn gelaufen, für die Lions fing die grosse Abwehrschlacht aber erst an. Tiefe Sorgenfalten zeigten sich bei den Zuschauern, als Zürisee zum grossen Angriff blies. Vier Minuten hatten sie Zeit. Und der Ausgleich zum 3:3 fiel tatsächlich kurz vor Ablauf der Zeitstrafe.

Doch glücklicherweise schalteten die Lions danach wieder einen Gang höher. Rickenbach spielte den entscheidenden Pass auf Pfenninger, der seine Farben wieder in Führung brachte. Und kurz vor Schluss bekam Meilen Uetikon auch nochmals Gelegenheit, in Überzahl zu spielen. Die Powerplayformation spielte für einmal mit Ruhe und Köpfchen. Neubauer spielte schliesslich im entscheidenden Moment Hartmann im Slot an, welcher verwertete. Hundert Sekunden waren noch zu spielen, als Zürisee nun den Torhüter ersetzte und auf tutti ging. Doch dies misslang, und Dominic Kyburz schlenzte den Ball wenige Sekunden später aus der Distanz ins verwaiste Gehäuse. Leider stellte man in der Schlussminute praktisch den gesamten Betrieb ein, und dem Gegner gelangen somit bis kurz vor Spielschluss noch zwei Tore.

Mit diesem knappen 6:5-Derbysieg und weiteren drei Punkten im Gepäck verabschieden sich die Lions in eine dreiwöchige Pause, bevor dann in Meilen das letzte Spiel der Ligaqualifikation gegen Embrach ansteht. 

Nach elf Spielen lässt sich resümieren: Das Team schafft es zwar immer wieder, sich aus einer Rücklage zu befreien, lässt aber noch eine gewisse Konstanz in der Leistung über sechzig Minuten vermissen, die für das Überleben in höheren Ligen definitiv notwendig ist.

xeiro ag