Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

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Im neuen Jahr befassen wir uns in loser Reihenfolge mit «Meilens Bächen und Weihern». Der erste Teil der Serie ist in Meilener Anzeiger Nr. 3 erschienen.

  • Foto: zvg

  • ​​​​​​​Wie direkte Nachbarn wirken – von Nordwest nach Südost benannt – der Chapfbach als Zufluss zum Erlenbacher Dorfbach, der Bünisbach und die verschiedenen Zuflüsse des Meilemer Dorfbachs. Die schwarze Linie bezeichnet die Gemeindegrenze. Quelle: maps.zh.ch

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Nach zwei Einführungskapiteln werden die hiesigen Bäche bzw. Bachsysteme sowie die bestehenden und nicht mehr bestehenden Weiher vorgestellt. Wer später im Zusammenhang mit einem Bach oder Weiher auf die Einführungskapitel zurückgreifen möchte, kann dies jederzeit tun durch Nachschlagen der betreffen- den Nummer online unter www. meileneranzeiger.ch, Link «Druck- ausgaben».

Drei Dutzend öffentliche Fliessgewässer

Lässt man eine farbige Karte von Meilen bis auf Postkartengrösse schrumpfen, so fallen wegen ihrer bewaldeten Tobel eigentlich nur zwei Bachtobelsysteme auf: die des Dorf- und des Beugenbachs samt deren verschiedenen Quellzuflüssen. 

Ortsansässige oder sonstige Meilenkenner und -kennerinnen wissen natürlich, dass es davon weitere gibt. Die wichtigsten heissen, von West nach Ost aufgezählt, Rossbach, Schwabach, Dorfbach, Beugenbach und die beiden Dollikerbäche. Das ist aber bei Weitem nicht vollständig, haben wir doch auf Meilemer Gebiet, wie bereits erwähnt, insgesamt nicht weniger als drei Dutzend öffentliche Fliessgewässer. 

Bei etwas weniger verkleinertem Masstab, aber vergrössertem Gesichtsfeld fällt noch etwas anderes auf: Die Mündungen von Erlenbacher Dorfbach sowie Meilemer Ross-, Meilemer Dorf- und Beugenbach in den See liegen zwar naturgemäss weit – nämlich bis zu etwa sieben Kilometer – auseinander. Ihre Quellen dagegen entspringen im Pfannenstielgebiet auf ein und demselben Quadratkilometer! Meilens Dorfbach und Rossbach laufen anfänglich sogar noch fast parallel und fliessen erst weiter bergabwärts wie die anderen genannten Bäche nach unterschiedlichen Richtungen ab.

Die Herkunft der Bachnamen

Die Namen der Meilemer Bäche sind nach unterschiedlichen Kriterien entstanden: Die grösseren der direkt in den Zürichsee mündenden Bäche wie Dorfbach, Beugenbach und die beiden Dollikerbäche heissen nach dem Mündungsgebiet, der Püntenbach beispielsweise nach dem letzten Hof vor der Einmündung des Bezibüelbachs, der seinerseits nach dem Hof unterwegs bei seinem Verlauf benannt ist. Weiter bergwärts hat er wiederum einen anderen Namen, Schlierenbach. Die kleinsten der in einen anderen Bach mündenden Bäche sind eher nach dem Quellgebiet benannt. 

Wie alt die Bachnamen tatsächlich sind, ist schwer zu sagen. Man findet sie seit dem 20. Jahrhundert z.B. auf dem jeweiligen «Übersichtsplan der Gemeinde Meilen auf Basis der schweizerischen Grundbuchvermessung». Dessen frühen Ausgaben sowie Akten des 19. Jahrhunderts zufolge scheint es, dass man zumindest in (oder für) Bergmeilen zuerst oft eher das Tobel als den Bach benannt hat: so das Warzhaldentobel des Dorfbachs auf der betreffenden Höhe, das heute sehr bekannte Naturschutzgebiet Rappentobel des Toggwilerbachs, das Schellentobel des Bezibüelbachs auf der Höhe des Bruderhal oder das Haltentobel des Beugenbachs. 

Dazu kommt, dass nicht alle Bäche immer gleich geheissen haben oder allenfalls nicht in jedem Abschnitt – einzige Ausnahme: der Beugenbach und seine Zuflüsse: Da war die Namensgebung zumindest im 20. Jahrhundert sehr konstant. Details folgen in unserer Serie bei den einzelnen Bächen.

Kurioses und Ärgerliches

Der Schwerkraft folgend, fliessen Bäche, wie jedes Kind weiss, naturnotwendig von oben nach unten. Bauprojekte der Gemeinde hingegen, so etwa zum Hochwasserschutz, werden meist von unten, dem See aus, nach oben umschrieben, ebenso wie die offizielle Bachnummerierung des AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) in gleicher Richtung erfolgt. 

Verwirrend ist, dass das, was auf Karten und Plänen verzeichnet ist, nicht immer der Realität entspricht. So werden etwa Meilemer Weiher gelegentlich auf Karten und Plänen wiedergegeben, die es längst nicht mehr gibt, oder es wird umgekehrt nicht wiedergeben, was längst besteht. Der nach unserem Wissen krasseste Fall ist der 1865/66 entstandene Zweienbachweiher, der erst in den 1930er Jahren auf dem Kartenbild erscheint – auf die Weiher werden wir später ausführlich zurückkommen.

Korrekturen durch kritische Leser sind erwünscht

Zuerst lassen wir nun in den folgenden Beiträgen die einzelnen Bäche bzw. Bachsysteme von West nach Ost Revue passieren. Für diese Beiträge gilt, wie schon für die beiden Einleitungen: Lesen Sie sie kritisch. Es ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht, der Redaktion allfällige Korrekturen oder Ergänzungen zukommen zu lassen, damit die Serie nach ihrem Abschluss einmal in bereinigter Form an anderer Stelle als Ganzes publiziert werden kann.

xeiro ag