Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Seien Sie vorbereitet!

Es gibt wohl kaum noch jemanden, der nicht weiss, was eine Patientenverfügung ist. Aber noch lange nicht jeder hat eine für sich ausgefüllt – und dies sollte man ändern.

Eine Patientenverfügung soll den eigenen Willen und Wunsch nach medizinischer Behandlung im Falle einer schweren Erkrankung, wobei der eigene Wunsch nicht mehr geäussert werden kann, schriftlich dokumentieren. Dies sollte man nicht nur für sich selber tun, sondern vor allem auch für die Entlastung seiner Angehörigen.

Grundlage zum Ausfüllen einer Patientenverfügung ist, dass man sich selber einmal damit befassen muss, dass das Leben endlich ist. Grundsätzlich geht es darum, ob man zum Beispiel nach einem schweren Schlaganfall will, dass alle medizinisch möglichen Massnahmen getroffen werden sollen, damit ein Überleben möglich ist. Die medizinischen Massnahmen, die nötig werden können, sind die Herz-Kreislauf-Wiederbelebung und auch die Beatmung an einer Maschine. Ob sich eine Person in unserem Beispiel nach einem schweren Schlaganfall erholt und wieder sprechen kann und wieder mobil wird, hängt einerseits von der Schwere des Schlaganfalles ab, aber auch vom Alter und den Vorerkrankungen. Leider ist jedoch eine Voraussage betreffend des zukünftigen Zustandes einer Person in Bewusstlosigkeit für uns Ärzte nicht möglich. Aber damit in dieser Situation die Angehörigen ein bisschen von einer Entscheidung entlastet sind, ist es sehr hilfreich, wenn vorgängig in der Familie oder im engeren Umfeld einmal über den eigenen Wunsch in so einer Situation gesprochen wurde.

Es ist schwierig über die eigene Endlichkeit nachzudenken, respektive zu sprechen. Trotzdem denke ich, dass jeder hierzu eine Meinung haben und diese schriftlich festhalten sollte. Ebenso ist es wichtig, dass die engen Familienangehörige über den eigenen Willen und über das Vorhandensein einer Patientenverfügung informiert sind.

Falls Sie unsicher sind, was die einzelnen Fragen bedeuten, besprechen Sie diese mit Ihrem Arzt.

Vorschläge: Patientenverfügung der FMH (zwei Versionen; lang oder kurz); Patientenverfügung des Schweizerischen Dachverbandes für Patientenstellen.

Dr. med. Melanie Bührer,

Dorfstrasse 24, 8706 Meilen,

Tel. 044 923 25 71,

m.buehrer@hin.ch

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