Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

«Sabine» war gnädig

Obwohl der Wintersturm «Sabine» auch in Meilen extreme Windspitzen erreichte, waren auf Gemeindegebiet keine schwerwiegenden Schäden zu verzeichnen. Der Fährbetrieb nach Horgen musste allerdings für einen halben Tag unterbrochen werden.

  • Am Montagvormittag musste die Fähre aus Sicherheitsgründen pausieren. Foto: MAZ

  • Auf der Ormis hat sich in der Nacht auf Dienstag das Dach eines Gartenhäuschens selbständig gemacht. Foto: Stützpunktfeuerwehr Meilen

  • Abgebrochene Äste vor dem Gemeindehaus. Foto: MAZ

  • Sturmklassiker: Baum auf Auto (hier in Herrliberg). Foto: Stützpunktfeuerwehr Meilen

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In der Nacht von Sonntag auf Montag ging es los mit starkem Wind, Böen und dem ersten Alarm, und ab Sonnenaufgang bis 14 Uhr waren die Meilemer Feuerwehrleute pausenlos im Einsatz. Wie Stützpunktkommandant-Stellvertreter Philipp Büchele auf Anfrage sagte, wurde die Feuerwehr ein knappes Dutzend Mal aufgeboten: «Es ging um Klassiker wie ‘Baum umgeknickt’, ‘Dachteil hat sich gelöst’ oder ‘fremdes Trampolin im Vorgarten’.» Grössere Schäden waren zum Glück nicht zu beklagen, und es wurde auch niemand verletzt. 

Keine personellen Engpässe

Die Feuerwehr ist zuständig, wenn öffentlicher Grund betroffen ist oder wenn wegen einer instabilen Situation oder einer aktuellen Gefahr gehandelt werden muss, so Büchele: «Wenn sich ein Problem unkompliziert beheben lässt, packen wir aber auch auf Privatgrund rasch an, wenn es zeitlich möglich ist.» Insgesamt waren am Montagvormittag rund 30 Feuerwehrleute im Einsatz. Zu personellen Engpässen kam es nicht, trotz Ferienzeit – «wir können mit unseren vier Festangestellten und den Miliz-Feuerwehrleuten Ferienabwesenheiten in der Regel gut auffangen», sagte Philipp Büchele.

Die Nacht vom Montag auf den Dienstag war für die Feuerwehrleute ruhig, bei Tageslicht überraschte dann das Dach eines Gartenhäuschens, das an der Ormisstrasse auf ein Auto geweht wurde. Auch hier wurden glücklicherweise keine Menschen verletzt. Zu einem Einsatz kam es vor dem Nordeingang des Gemeindehaues: Der angebrochene Ast eines Baumes musste abgetrennt und zersägt werden. 

Langer Betriebsunterbruch bei der Fähre

Dramatischer präsentierte sich die Situation bei der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen, wo der Betrieb am Montag von 7 bis 13.30 Uhr komplett eingestellt wurde. In diesen knapp sieben Stunden waren alle Fähren in Horgen, am windgeschützteren linken Ufer, vertäut. Wie Geschäftsführer Martin Zemp sagte, war das in dieser Dauer eine aussergewöhnliche Massnahme: «Selbst beim Sturm ‘Burglind’ war der Fährbetrieb weniger als zwei Stunden unterbrochen; in der Regel dauern Stürme nicht so lange.» 

Das Problem bei «Sabine» waren die extremen Böenspitzen, «Böen sind besonders beim Anlegemanöver heikel», so Zemp. Wird das Schiff in diesem Moment vom Wind erfasst und gegen einen Pfahl gedrückt, ist das auch mit starken Motoren nicht abzufangen. Man machte sich ausserdem Sorgen um die Sicherheit der Fussgänger beim Verlassen der Fähre, dies ebenfalls wegen den heftigen Böen.

«Schwan» blieb länger im Hafen

Am Dienstag verkehrten die Fähren wieder, allerdings im 10-Minuten-Takt statt im 7½-Minuten-Takt. Das am schwächsten motorisierte Schiff «Schwan» wurde aus Sicherheitsgründen vorerst im Hafen gelassen.

xeiro ag