Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Rigoroses Testen vermeidet Krippenschliessung

Zweimal wöchentlich wird das gesamte 30-köpfige Team des Kindertraum-Hauses im Unot 22 auf das Coronavirus getestet. Diese Massnahme ist Teil des Schutzkonzeptes, mit dem die Schliessung von einzelnen Gruppen oder der ganzen Krippe vermieden werden soll.

Eine Schliessung hätte für viele der rund 120 berufstätigen Meilemer Eltern mit Kindern im Kindertraum-Haus einschneidende Konsequenzen. Während der mittlerweile einjährigen Corona-Pandemie konnte die Situation mit wechselnden Schutzmassnahmen relativ gut bewältigt werden.

Getrennte Sektoren im Garten

Als sich vor einem Jahr abzeichnete, dass sich die Corona-Infektionen zu einem grossen Problem auch für unser Land entwickelt, entschied sich die Leitung des Kindertraum-Hauses dafür, mit allen Mitteln die Betreuung auch in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten und den Eltern wenigstens diese Sicherheit zu bieten. Der Bundesrat entschied dann auch im März 2020, dass Krippen zu den systemrelevanten Betrieben gehören und nicht schliessen dürfen.

Wesentlicher Bestandteil des Schutzkonzeptes sind die allgemein bekannten Hygieneregeln und die Kontrolle der Durchmischung der Kinder. So können kaum noch gemeinsame Aktivitäten mit mehreren Kindergruppen durchgeführt werden. Sogar der Garten musste zweitweilig in getrennte Sektoren eingeteilt werden. Der English Kids Club, die gemeinsame Mittagsbetreuung oder das Kinder-Yoga mussten eingeschränkt werden, um allfällige Infektionen in einzelnen Gruppen isolieren zu können. Bei all dem erstaunte die gelassene Reaktion der Kinder, die ihre Betreuerinnen nun ständig mit Maske erlebten. Für die jüngeren Babys hat es eine Situation ohne Masken im Krippenalltag noch gar nie gegeben. 

Trotzdem Kind sein

Damit die Kinder eine unbeschwerte Zeit erleben können, pflegen die Betreuerinnen besonders auch saisonale Aktivitäten wie Fasnacht oder Ostern. Glücklicherweise darf heute in der Krippe wenigstens wieder gesungen werden. Die grösste administrative Herausforderung ist die Personalplanung, da Betreuerinnen grundsätzlich nicht mehr intern in anderen Gruppen aushelfen dürfen. Da mit der Pandemie zusätzliche Krankheitsabsenzen oder Quarantänen bewältigt werden müssen, wurde das Personal vorsichtshalber aufgestockt.

Während der verschiedenen Wellen von Verschärfung und Lockerung mussten oft die krippeninternen Massnahmen angepasst werden. In diesen Belangen wurde das Kindertraum-Haus vom Kinderarzt Dr. Patric Eberle massgebend beraten und unterstützt. Für einen privaten Betrieb war und ist es eine grosse Herausforderung, das Richtige zu tun, wenn die staatlichen Vorgaben noch vage oder gar widersprüchlich sind. Die Maskenpflicht etwa wurde im Kindertraum-Haus freiwillig eingeführt, noch vor den amtlichen Weisungen. 

Die Kosten trägt der Betrieb

Beim vorsorglichen Testen des ganzen Personals seit Anfang Februar waren Widerstände zu überwinden, bis nachträglich die Bewilligung des Kantons eintraf. Dazu kam das Kostenproblem, das später durch die Übernahme eines wöchentlichen Tests durch den Kanton nur geschmälert wurde. 

Der zweite Test pro Woche wurde gar abgelehnt – weil zwölf Monate nach Ausbruch der Pandemie noch keine ausreichende Testkapazität vorhanden war! Nach unnötigen Verzögerungen wird im Kindertraum-Haus nun aber doch zweimal pro Woche getestet. Nur so können symptomfreie infizierte Betreuerinnen rasch erkannt und isoliert werden zur Früherkennung und Prävention eines Ausbruches. In der Praxis hat sich das in einem konkreten Fall bewährt. Die erheblichen Kosten zur Gewährleistung des Betreuungsbetriebes trägt das Kindertraum-Haus allerdings selber.

xeiro ag