Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

«ping pong – gestalten im Dialog»

Morgen Abend findet im Ortsmuseum die Vernissage der Ausstellung «ping pong – gestalten im Dialog» statt. Sie war bereits für Mai 2020 geplant und wurde wegen der Corona-Pandemie auf dieses Jahr verschoben. Es ist bereits die achte Schau von «textil 13» in Meilen.

  • Regula Gysin und Eveline Geiger haben sich mit der Pflanze Löwenzahn auseinandergesetzt. Foto: Eveline Geiger

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«textil 13», so nennen sich die Weberinnen der Regionalgruppe Zürichsee von der Schweizerischen Interessengemeinschaft Weben Schweiz. Dazu gehören zurzeit Irene Brühwiler, Regula Gysin, Catherine Labhart, Christine Läubli und Tanja Stutz. Die Frauen haben sich für ihre Ausstellung etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die gezeigten textilen Kunstwerke wurden in Zweierteams, also im Dialog zwischen den Künstlerinnen erarbeitet – sogar ein Mann ist ausnahmsweise dabei. 

Akzeptanz der Verschiedenheit

Für die Ausstellung «ping pong – gestalten im Dialog» suchte sich jedes Mitglied von «textil 13» ein Gegenüber, anschliessend wählten die Künstlerpaare ein eigenes Thema und Vorgehen. Einander den Ball zuspielend, eben wie in einer Partie Ping-Pong, entwickelten sie in den Bereichen Kunsthandwerk, Design oder Kunst je eigene oder gemeinsame Werke. So entstanden ganz überraschende Dinge.

Die Arbeit zu zweit ist anspruchsvoll und verlangt ein anderes Vorgehen als jene im Alleingang. Am Anfang steht die Akzeptanz der Verschiedenheit. Ein Dialog erfordert Einfühlung und gegenseitigen Respekt sowie die Bereitschaft für Konfliktbewältigung und Konsensfindung. Spannend sind auf jeden Fall die Ergebnisse, in denen sich nicht nur die Gestaltungsbereiche überschneiden, sondern auch die Verschiedenheit der Persönlichkeiten manifestieren.

Von Lichtreflexen bis Radicchio

Jedes Künstlerpaar hat sich mit einem Thema auseinandergesetzt. So stehen etwa bei Catherine Labhart und Heidi Arnold Lichtreflexe auf Wasser im Fokus, Christine Läubli und Susanna Hildenbrand haben sich mit Radicchio-Salat auseinandergesetzt und diesen einerseits fotografisch, andererseits gestalterisch dargestellt. Von der Pflanze Löwenzahn haben sich Regula Gysin und Eveline Geiger zu ihren Werken verführen lassen. Die Arbeiten von Tanja Stutz und Anna Rapp sind von Muscheln inspiriert, während die Faszination für Landkarten und Landschaften die Werke von Marianna Gostner und Christine Läubli prägen. Ausgehend von Tuschversuchen und Mallappen aus dem Atelier ihres Partners Andreas Hofer griff Irene Brühwiler zu Nadel und Faden und erschuf damit Neues. Mit einer ganzen Schulklasse arbeitete Maya Burgdorfer. Es entstanden Gesichter aus Ton sowie Kleider aus Papier: Kunstwerke, die beim Herstellungsprozess viel Vertrauen unter den beteiligten Schülerinnen und Schülern forderten. Das Ergebnis lässt sich sehen. 

Ausstellung «ping pong- gestalten im Dialog», Vernissage: Freitag, 28. Mai, 18 Uhr. Bis 13. Juni. Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag 14.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr. Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14.

xeiro ag