Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Peace! Frieden! Shalom!

Am vergangenen Wochenende begeisterten der Singkreis Egg/Meilen, die Chöre der Kantorei Meilen (Cantiamo insieme und Projektsänger), der Jugendchor JuMP! und der Mädchen-Konzertchor der Singschule der Musikschule Pfannenstiel unter Leitung von Ernst Buscagne das zahlreich erschienene Publikum mit dem Oratorium «The Peacemakers».

  • Verschiedene Chöre brachten die reformierte Kirche gemeinsam zum Klingen. Foto: zvg

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Anlass für den tollen Auftritt waren das 50-Jahre-Jubiläum der Kantorei Meilen sowie das 10-Jahre-Jubiläum von Ernst Buscagne als Dirigent des Singkreises Egg. 

Viele Anforderungen an das gewählte Werk

Der Dirigent und die Chorverantwortlichen liessen sich zum Doppel-Jubiläum etwas besonders einfallen: Gesucht war ein Werk, das den verschiedenen Chorgruppen von Kantorei Meilen, Singkreis Egg und Musikschule Pfannenstiel die Gelegenheit bot, sich in einem gemeinsam gesungenen Konzert mit Solisten und Orchester zu präsentieren. Es sollte Alt und Jung begeistern, ein wichtiges Anliegen unserer Zeit aufnehmen und stilistisch weder zu rückwärtsgewandt noch zu elitär modernistisch sein.

Gefunden wurde das 2011 komponierte Werk «The Peacemakers» von Karl Jenkins. Der Komponist verarbeitet eine Textcollage mit Fragmenten von Friedenstexten verschiedenster Persönlichkeiten (Nelson Mandela, Mahatma Gandhi, Mutter Teresa, Anne Frank, Martin Luther King etc.) zu einem einzigen langen Friedens-Hymnus. Klanglich bedient er sich bei Instrumenten und Gestaltungsmustern, die man von Welt-Musik, von Wellness-Musik oder auch von vereinzelten Musicalschaffenden kennt: Viele kurzgliedrige, oft pentatonische Melodien, die durch ihre zahlreiche Wiederholungen bald so vertraut klingen, dass das Publikum stets Bekanntes wiedererkennt. Die meist gleichen Begleitmotive (viele Ostinati) und die oft eindimensionale Harmonik verstärken die insistierende meditative Wirkung solch ritualisierter Musik. 

Die Chöre begeisterten am meisten

Nebst der souveränen Sopranistin Franziska Andrea Heinzen («Mediation»), der virtuosen Darbietung des Violinsolos im «Intermezzo» durch Myrtha Albrecht-Indermaur und den gelegentlichen, schön ausmusizierten Bläser-Soli (Florian Haupt, Saxofon, und Frederic Sánchez, Flöte) waren es dann aber doch vor allem die Chöre, die das Publikum begeisterten: Der Singkreis Egg/Meilen durch die transparente Klanggebung, die Mitglieder des Jugendchores JuMP! durch ihre Wendigkeit im Gestalten und die tragenden Stimmen, der Kinderchor mit seinen leicht schwebenden Kantilenen wie aus einer anderen Welt – oder dann die nach einer Stunde zu den Ausführenden dazustossenden Mitglieder von Cantiamo insieme und Projektchor, die dem ganzen Ensemble noch zusätzlich Klang- und Strahlkraft in den abschliessenden Forte-Passagen verliehen. 

Das Orchester Camerata Cantabile (mit grosser Schlagzeug- und Blechbläser-Sektion) erwies sich als wendiger und inspirierender Partner der Chöre und ihres Dirigenten.

Unterschiedliche Formationen zu Höchstleistungen führen

Ernst Buscagne hat einmal mehr gezeigt, wie gut er es versteht, unterschiedliche Formationen miteinander zu verbinden und zu Höchstleistungen zu führen. Dass das Publikum, aber auch die Mitwirkenden diese Arbeit ihrerseits ausserordentlich schätzen, kam sehr deutlich in den Ovationen zum Ausdruck, die sie ihrem Leiter zum Abschluss der Konzerte jeweils entgegenbrachten.

Frieden ist nicht nur herbeizusehnen und zu wünschen, Friedensarbeit kann auch streng und aufwändig sein. Möge das den Ausführenden wie den Zuhörenden, gerade bei dem ganzen Wohlklang in Jenkins' Musik, immer wieder ins Bewusstsein kommen.  

xeiro ag