Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Operation Begegnungszone Dorfstrasse

Dem Herzen von Meilen steht eine grosse Operation bevor, und als Souverän haben wir am 19. Mai nun alle die Möglichkeit, über das künftige Befinden des Meilemer Dorfzentrums mitzuentscheiden.

 

Die Dorfstrasse ist die Hauptverkehrsader, die zum Bahnhof und zu den Einkaufsmöglichkeiten in Meilen führt, deshalb sollte sie nicht an drei Stellen bis auf eine Busbreite künstlich verengt werden. Bei hohem Verkehrsaufkommen und Gegenverkehr wären die Ausweichstellen ständig von Fahrzeugen befahren und gestaut. Ich befürchte, dass die abbremsenden und anfahrenden Fahrzeuge die schwächeren Verkehrsteilnehmer eher verunsichern. Trottoirs und Fussgängerstreifen bieten älteren Menschen und Kindern eine bessere Sicherheit. In diesem Bereich wünschen sich viele Fussgänger schon lange den entfernten Fussgängerstreifen beim Hüniweg wieder zurück. Der Streifen könnte zwischen Volg und Post neu eingezeichnet werden. 

Die Ortsbus-Chauffeure würden in der Begegnungszone sicher ab und zu dazu gezwungen, in die Ausweichstellen zu fahren. Dann könnte bei vielen Passagieren zu Recht der Adrenalinspiegel ansteigen, denn die S-Bahn wartet keine Ortsbusse ab.

Ich denke auch an die Handwerker, die Zulieferer und die Ambulanzfahrer, die die Strecke vielleicht mehrmals am Tag passieren. An die Einwohner, die in den höheren Lagen von Meilen wohnen, und die ihre Einkäufe verständlicherweise mit dem Auto erledigen wollen. 

Die Fahrgeschwindigkeit passt sich automatisch dem Verkehrsaufkommen an, und das ist zu den Hauptverkehrszeiten nicht höher wie 30km/h. Warum wollen wir diesen Mitbürgern das Einkaufen und Arbeiten im Zentrum von Meilen erschweren oder gar vermiesen? 

Für alle, die sich noch nicht entscheiden konnten: Sie sollten in einer ruhigen Randstunde mit Tempo 20km/h durch die Dorfstrasse fahren. Ich habe es versucht. Nicht ganz einfach, wenn man weit und breit kein Fahrzeug vor sich hat und jemanden zum Bahnhof bringen muss. Eine Simulation der drei geplanten Verengungen mit Containern oder Mulden hätte vielen Mitbürgern die künftige Situation visuell näher gebracht als die roten Streifen und Kreise am Boden.

Ich erledige meine Kommissionen in Meilen praktisch immer zu Fuss und hatte nie das Bedürfnis, dies im Zickzackkurs mit Vortrittsrecht über die Dorfstrasse zu tun. Am Fussgängerstreifen muss ich nie lange warten, die Autofahrer halten höflich an und lassen mich passieren. Mit zwei zusätzlichen Fussgängerstreifen beim Volg und am Bushof wäre schon viel getan, um beidseitig der Dorfstrasse den Geschäften nachzugehen. Es bliebe sicher noch ein Batzen übrig, um auf dem unglücklichen Dorfplatz die unbequemen Sitzgelegenheiten durch Bänke mit Rückenlehnen zu ersetzen, die zum Verweilen einladen.

Ich meine: Solange die Autos nicht verboten werden, sollen sie genügend Platz auf den Strassen haben, und die Trottoirs sollen einen sicheren Ort für die Fussgänger bleiben. Den Bäumen wünsche ich ein gesundes, langes Leben in Gärten, Parks und Wäldern.

Lasst Meilen nicht an Angina Pectoris erkranken. Kein Herzchirurg dieser Welt würde die Herzarterie dreifach künstlich verengen. Deshalb ist mein Herzenswunsch für Meilen am 19. Mai ein herzhaftes Nein zum Begegnungszonen-Baukredit!

 

xeiro ag