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Mini-Chilbi mit Riesenrad

Das Riesenrad, das ab dem 10. September in Meilen stehen wird, ist das grösste der Schweiz mit drehbaren Gondeln. Nur dank Corona ist es am Zürichsee zu Besuch.

  • Früher habe er «verrückte Bahnen» gemocht, jetzt ist er in Riesenräder verliebt: Chilbikönig Hanspeter Maier mit Tochter Gina. Foto: zvg

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In einem normalen Jahr wäre in Meilen bald Chilbi, eine charmante Veranstaltung mit vielen kleinen und mittelgrossen Bahnen, Geschicklichkeitsspielen, Festwirtschaften und Bars einheimischer Vereine, mit Ponyreiten, Schiessbuden und Verkaufsständen. Und Schausteller Hanspeter Maier, schweizweit bekannt für seine Riesenräder und grossen Bahnen, würde seine Fahrgeschäfte am Zürcher Knabenschiessen, an der St. Galler Olma und an der Basler Herbstmesse aufstellen.

Chilbi light trotz Corona

Doch wegen Corona ist auch hier alles anders: Die Meilemer Chilbi musste genauso abgesagt werden wie die Grossanlässe in den Städten. Dass es wohl soweit kommen würde, wurde dem Meilemer Chilbi-Verantwortlichen Thomas Aebi Anfang Juli klar. Es war auch ungefähr in dieser Zeit, als er in seiner Eigenschaft als Platzmeister eine Einladung nach Kreuzlingen erhielt, wo Hanspeter Maiers neues Riesenrad eingeweiht wurde. «Und da dachte ich spontan: So ein Riesenrad in Meilen wär doch trotz allem etwas!», erinnert sich Thomas Aebi. Chilbi light, sozusagen. 

Und es klappte, Hanspeter Maiers Riesenrad war im September noch zehn Tage frei. Ab kommender Woche wird es auf dem Schulhausplatz West mitten im Dorf aufgebaut, wofür sechs Arbeiter anderthalb bis zwei Tage benötigen. 

Dabei handelt es sich nicht um das im Juli eingeweihte, etwas kleinere Riesenrad, sondern um einen stolzen Klassiker: «Around the World», so sein Name, ist 34 Meter hoch und das grösse Riesenrad der Schweiz mit drehbaren Frischluft-Gondeln, der Blick kann also über den Zürichsee in die Alpen, Richtung Uetliberg oder Pfannenstiel schweifen, ohne dass man auch nur einmal den Kopf drehen muss. 

Erprobtes Schutzkonzept

Beim alle drei Jahre stattfindenden Zürifäscht steht genau dieses Riesenrad mit seinen vielen Fähnchen jeweils am besten Platz direkt vor Stadthaus und Fraumünster an der Limmat. Und jetzt also mitten in Meilen auf dem weitläufigen Pausenplatz West. Samt andernorts bereits bestens erprobtem Schutzkonzept, wie Hanspeter Maier versichert. 

Zum Konzept gehören neben Schranken und Abständen im Wartebereich auch desinfizierte Jetons und Griffe. Ausserdem braucht man seine Gondel nicht mit Fremden zu teilen und ist ständig an der frischen Luft: Dem Vergnügen, Meilen von oben zu bewundern, kann man sich also ohne Sorge hingeben. Eine Fahrt dauert sieben Minuten und kostet für Erwachsene sieben Franken, für Kinder fünf Franken. Besonders beliebt, und zwar nicht nur bei Frischverliebten, sind die Cüpli-Fahrten: Ausgerüstet mit einem Gläschen Prosecco oder Wein zum Anstossen und etwas zu knabbern, darf man rund zwanzig Minuten in der Gondel sitzen bleiben. 

Kinderkarussell und Imbissstand

Der 65-jährige Frauenfeldner «Chilbikönig» Hanspeter Maier gehört mit seinen Riesenrädern zu den wenigen Schweizer Schaustellern, die in der aktuellen Krise überhaupt etwas verdienen können. Für viele der rund 350 Schweizer Betreiber von Chilbibahnen und -geschäften ist das Jahr 2020 eine einzige Katastrophe, denn sie haben nur Unkosten: die Fahrgeschäfte müssen gelagert und gewartet werden, und die Miete und die Abzahlung von Krediten machen keine Corona-Pause.

Neben dem Riesenrad wird Thomas Aebis eigenes Kinderkarussell stehen, dazu kommen ein Imbissstand mit Grilladen und Getränken von Fabian Harder und ein Stand mit Zuckerwatte, Magenbrot, gebrannten Mandeln und anderen Schleckereien. Eine «Chilbi light» also, die aber mit einem echten Frischluft-Prunkstück aufwartet.

Riesenrad im Dorf: Donnerstag, 10. September bis Samstag, 19. September auf dem Schulhausplatz West. Montag bis Freitag 14.00 bis 22.00 Uhr, Samstag, Sonntag und Chilbifriitig, 18. September: 11.00 bis 22.00 Uhr.

xeiro ag