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Meilen zittert sich zum Sieg

Mit Ach und Krach erkämpfen sich die Meilemer Handballer am vergangenen Sonntag im Auswärtsspiel gegen den Tabellenletzten Würenlingen einen 23:27-Sieg. Fast wäre es anders gekommen.

Am Sonntagnachmittag wartete im Aargauer Würenlingen der Tabellenletzte auf die Seebuben. Dass aus diesem Spiel zwei Punkte resultieren mussten, ist selbsterklärend. Aber an Sonntagnachmittagen sind die Meilemer erfahrungsgemäss nie wirklich auf Betriebstemperatur. Auch heute war es nicht anders. 

Mit müden Äuglein und einem Hauch von Restalkohol begab man sich aufs Feld und begann, die Kugel hin- und herzuschieben. In der Anfangsphase gab es auf beiden Seiten wenig Zählbares – insgesamt wurden in den ersten sieben Minuten mehr gelbe Karten verteilt als Tore geschossen. Dass die Schiris einen eher lockeren Umgang mit Strafen pflegten, sollte sich auch später noch deutlicher zeigen. 

Erst nach rund 10 Minuten kamen Leben und Tempo in die Meilemer Angriffsbemühungen. Jetzt lief es rund, und wenig später lag Meilen mit 3:8 Toren vorne. Die Hälfte der acht Treffer gingen auf das Konto von Lukas Bürkli, der an diesem Tag insgesamt neun Tore erzielen sollte. Auch ihm war es verständlicherweise ein Anliegen, so schnell wie möglich den Sieg einzufahren und dann schnurstracks den Kanton Aargau wieder in Richtung Heimat zu verlassen. Mit einem Timeout der in Schieflage geratenen Gegner drehte dann aber der Wind. Jetzt waren auch die Würenlinger wach und schalteten zwei Gänge hoch, während die Meilemer das machten, was sie am besten können: Technische Fehler produzieren, Bälle neben das Tor werfen und Zwei-Minuten-Strafen kassieren. Hätte nicht ein hellwacher Manu Votapek zwischen den Pfosten gestanden, wäre die Führung der Seebuben in Nullkommanix dahin gewesen. Und so ging es mit einem Zwischenresultat von 9:13 in die Pause. 

Die Vier-Tore-Führung war gerade noch akzeptabel, aber eigentlich ungenügend. Auch Coach Bruno Schuler war noch nicht abschliessend happy und regte seine Mannschaft dazu an, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und Handball ohne viel Firlefanz zu spielen. Zurück auf dem Feld schien es aber, als ob sich das gesamte Team während der Ansprache die Ohren zugehalten hätte.

Einerseits lud man den Gegner förmlich dazu ein, durch die meterweiten Lücken in der Defensive zu spazieren und Tore zu schiessen. Andererseits wurde im Angriff nun ein Fest der Fehlschüsse veranstaltet. Und dann liessen auch die Schiedsrichter ihre geballte Inkompetenz auf die Seebuben los. In 15 Minuten erzielten die Meilemer fünf Tore und kassierten sechs Zeitstrafen. Und nein, definitiv nicht alle waren gerechtfertigt.

Meilen war jetzt völlig aus dem Konzept und hatte zugelassen, dass Würenlingen die Führung übernommen hatte. 20:17 – so das ernüchternde Resultat eine Viertelstunde vor Schluss. Das wollte niemand auf sich sitzen lassen. Eine Niederlage stand schlicht nicht zur Diskussion. Als dann innert kurzer Zeit Patrik Gloor und Fetah Murina vom Platz flogen, vermischten sich Wut und Verbitterung zu einem explosiven Mix, der die Seebuben noch einmal richtig aufs Gaspedal treten liess. Das Dreiergespann aus Lukas Bürkli, Fabian Neururer und Asmir Muric sorgte für die wichtigen Tore, welche das Spiel wieder drehten. Auch die Schiris hatten wieder ihre Finger mit im Spiel, aber diesmal hatte sich ihr Fokus auf die andere Seite verschoben – jetzt flogen die Zeitstrafen in Richtung Würenlingen. 

Am Ende gewann Meilen verdient mit 23:27, weil die Seebuben noch einmal richtig zusammengehalten hatten. Aber Spass hat das nicht gemacht. Diese Partie war aus Sicht beider Mannschaften weder besonders attraktiv noch besonders stark gespielt, sondern einfach mühsam, unangenehm und zäh. 

Morgen Samstag, 14. März wird es dann aber definitiv wieder spannend. Dann steht um 16.30 Uhr das heiss ersehnte Seederby gegen Stäfa an. Heimspiel heisst Heimsieg – 2 Punkte sind Pflicht!

xeiro ag