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Meilen verliert hauchdünn gegen Wetzikon

Bei der knappen 29:30-Niederlage gegen Wetzikon zeigen die Meilemer Handballer die beste Leistung seit langem und beweisen Teamgeist, Moral und Spielwitz.

Nach der Niederlage gegen den Tabellenleader Küsnacht am Dienstagabend stand am vergangenen Freitag mit der viertplatzierten SG Wetzikon bereits die nächste Knacknuss in der Halle. Es sei ein Spiel, das man gewinnen könne, aber nicht müsse, meinte Coach Hübe vor der Partie. Doch die Seebuben bewiesen von Beginn weg, dass sie den Sieg wollten: Hellwach standen sie auf dem Platz und packten ab der ersten Minute in der Verteidigung kräftig zu. 

Sie konnten es zwar nicht verhindern, dass Wetzikon nach vier Minuten mit 0:2 in Führung ging, drehten danach aber im Angriff kräftig auf. Stefan Geissmann auf der linken Aufbauposition und Ueli Ehrbar auf dem rechten Flügel sorgten dafür, dass der Spielstand mit 3:3 Toren kurz darauf wieder ausgeglichen war. Im Vergleich zur ersten Hälfte der Saison war das Spiel der Meilemer kaum wiederzuerkennen. Sie spielten über alle Positionen mit Druck, liessen sich Zeit und warteten auf die sicheren Chancen. Mit diesem durchdachten Spiel stellten sie die Wetziker Defensive vor echte Herausforderungen. 

Neben Stefan Geissmann sorgte insbesondere Mittespieler Gjin «Karabatic» Lasku dafür, dass sich Lücken in den gegnerischen Reihen auftaten. Doch die Wetziker konnte die Führung stets halten. Mit präzisen Kernwürfen und schnellen Täuschungen brachten sie den Ball immer wieder aufs Tor. Der hervorragend spielende Torhüter Manuel Votapek konnte verhindern, dass die Führung der Gegner zu gross wurde. Auch wenn das Pausenresultat von 12:15 für Wetzikon sprach, spürte man deutlich: In diesem Spiel ist noch alles offen. 

Das Meilemer Feuer brannte – denn so macht Handball Spass! In der Kabine zeigte sich, dass jeder einzelne noch an den Sieg glaubte. Nach einer kurzen Verschnaufpause standen wieder sieben hochmotivierte Meilemer auf dem Platz. Und erneut rollte die gelbe Welle mit viel Druck und Tempo gegen die gegnerische Mauer an. Gleich im ersten Angriff kam Wetzikon  einen Schritt zu spät. Den darauffolgenden Penalty verwandelte Danilo Graf souverän zum 13:15. Sowieso zeigte Graf in diesem Spiel eine grossartige Leistung. Immer wieder wurde er von den Aufbauspielern Patrik Gloor und Gjin Lasku gesucht – und gefunden. Neben fünf Toren aus dem Spiel gingen insgesamt sieben Penalty-Treffer auf sein Konto, eine bärenstarke Bilanz. 

Noch mehr als in der ers-ten Halbzeit prüften die Seebuben die gegnerische Defensive auf Herz und Nieren. Wetzikon taumelte, und tatsächlich: Nach 40 gespielten Minuten lag Meilen plötzlich mit 20:19 Toren in Führung. Meilen schaffte es jedoch nicht, sich mit mehr als einem Tor abzusetzen, denn der Gegner blieb dran. Die Spannung war jetzt mit den Händen greifbar, die beiden Teams schenkten sich nichts. Auch wenn Meilen immer noch überlegt und ruhig spielte, wurde jede noch so kleine Unsicherheit wurde bestraft. Wetzikon, das nun seine Fassung wieder gefunden hatte, riss die Führung erneut an sich und begann, diese auszubauen. Dreieinhalb Minuten vor Schluss nahm Coach Hübe beim Spielstand von 24:28 ein Timeout. 

Jetzt galt es, alles auf eine Karte zu setzen und möglichst schnell den Abschluss zu suchen, um mindestens noch ein Unentschieden zu schaffen. Und obwohl die Puste langsam knapp wurde, erhöhten die Seebuben noch einmal das Tempo. Tatsächlich schmolz der Vorsprung der Wetziker, und 23 Sekunden vor Schluss erzielte Lukas Bürkli den Anschlusstreffer zum 29:30 – der Ausgleich war in greifbarer Nähe. Doch die Zeit war zu knapp; es blieb bei diesem Spielstand. 

Diese Niederlage gegen Wetzikon ist aber kein Anlass, den Kopf hängen zu lassen, im Gegenteil: Die Seebuben haben mit einer starken Teamleistung und attraktivem Handball bewiesen, dass sie in der 2. Liga am richtigen Ort sind und in dieser Saison noch einiges erreichen können. 

Jetzt müssen aber Punkte her! Das Spiel gegen Effretikon vom Freitag, 18. Januar um 21 Uhr in der Allmend bietet dafür die perfekte Gelegenheit, denn Effretikon ist durchaus eine Mannschaft in Reichweite. Deshalb: Kommt in Scharen und unterstützt die Seebuben!

xeiro ag