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Meilen verliert gegen Wetzikon hauchdünn

In einem packenden Meisterschaftsspiel zeigten die Meilemer Handballer am Donnerstag letzter Woche gegen die SG Wetzikon über weite Strecken eine gute Leistung. Am Ende mussten sie sich aufgrund einiger Versäumnisse trotzdem mit 25:26 geschlagen geben.

Es war schon spät, als die Partie angepfiffen wurde. Gegen einen Kontrahenten wie die SG Wetzikon ist höchste Konzentration gefragt, das hat sich in der letzten Saison gezeigt. In der Aufwärmphase war jedoch von Konzentration nicht viel zu sehen – die Seebuben waren wenig fokussiert und nur halbherzig bei der Sache. 

Mit dem Anpfiff war das Team aber wie verwandelt. Ab der ersten Minute waren alle voll da. Mit der Allzweckwaffe «Hering» brachte Lukas Bürkli sein Team mit 1:0 in Führung. Dann griffen die Wetziker erfolglos an, und Stefan Geis-smann konnte im Gegenzug auf 2:0 erhöhen. Der Gegner schien fast etwas überrumpelt ob dem fulminanten Einstieg der Meilemer, die bald mit drei Toren in Führung gingen. Gerade in der Offensive machten sie vieles richtig, liessen den Ball laufen und warteten auf die zwingenden Chancen. Wenn kein Durchbruch über die Mitte gelingt, läuft der Ball weiter an den Flügel, wo Lukas Bürkli mit seinen berühmt-berüchtigten Drehbällen einnetzen kann. Die Seebuben präsentierten sich erstaunlich dynamisch und machten nur wenige technische Fehler.

In der Defensive allerdings war man zu nachlässig, packte nur halbherzig zu oder war einen Schritt zu spät. Auch das Ausnahmetalent zwischen den Pfosten, Manu Votapek, konnte da nicht mehr viel ausrichten. Die Seebuben erzielten aber vorne munter Tore, und so bleiben sie in Führung. Diese schmolz zwar, blieb aber bis zur Halbzeit (16:15) bestehen. 

Mit der Leistung der ersten Halbzeit konnten sich die Meilemer Handballer durchaus zufrieden geben. Noch galt es aber, weitere 30 Minuten zu spielen. Insbesondere in der Verteidigung gab es noch viel Luft nach oben. Denn die Wetziker waren nun definitiv auch im Spiel angekommen und suchen ihren Weg jetzt konsequenter in Richtung Tor. Es zweifelte aber niemand daran, dass der Match zu gewinnen sein müsste. Der Gegner schien jedoch dieselbe Devise gefasst zu haben. Wetzikon machte jetzt deutlich mehr Druck als zuvor.

Die zweite Halbzeit begann als Duell auf Augenhöhe. Wetzikon gelang zwar der Ausgleich, aber Meilen hielt wacker dagegen und legte immer wieder ein Tor vor. Doch nach 40 gespielten Minuten drehte die Partie. Wetzikon übernahm erstmals die Führung. Auf Meilemer Seite häuften sich nun die technischen Fehler, was der Gegner auszunutzen wusste. Jetzt waren es die Seebuben, die hinterherhinkten. Sie spielten zwar nach wie vor mit viel Kampfgeist, konnten aber nicht mehr die Oberhand gewinnen. 

Eine Minute vor Schluss lag Meilen mit 24:25 zurück. Jetzt bloss kein Tor kassieren, der Ausgleich ist noch möglich! Wetzikon griff an und schien tatsächlich den Ball zu verspielen – doch der Meilemer war nur mit den Fingerspitzen dran, und der Ball landete wieder beim Gegner. Wenig später fiel das entscheidende Tor.

Auch wenn Danilo Graf noch auf 25:26 verkürzte – die Partie war verloren. Denkbar knapp zwar, aber eine Niederlage ist eine Niederlage. Die verpassten Chancen, die vergebenen Penaltys, die technischen Fehler – ohne sie wäre der Sieg mehr als möglich gewesen. 

Nichtsdestotrotz spielt Meilen aktuell attraktiven und temporeichen Handball. Darauf kann man in den nächsten Spielen aufbauen und wieder Punkte schreiben: Als nächstes steht nun am 29. Oktober noch ein Cupspiel gegen den Erzrivalen aus Horgen an. 

xeiro ag