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Meilen sichert sich sensationell den Ligaerhalt

Nach einer turbulenten Saison gelingt es den Meilemer Handballern, das alles entscheidende Spiel für sich zu entscheiden. Mit einem 30:25-Sieg schicken sie den starken Gegner in die dritte Liga und zurück nach Basel.

Es kommt nicht sehr oft vor, dass ein einziges Spiel über das Schicksal einer ganzen Mannschaft entscheiden kann. Doch am vergangenen Sonntag ging es für die Seebuben tatsächlich um alles. 

In der Partie gegen den ATV/KV Basel bedeutete eine Niederlage den Abstieg, ein Sieg den Ligaerhalt. Anspannung, Nervosität und Kampfeslust vermischten sich schon eine Stunde vor dem Spiel zu einer ganz speziellen Stimmung im Team. Für alle war klar: Heute muss der Sieg her, der Abstieg in die 3. Liga ist schlicht keine Option – insbesondere, wenn der Gegner aus Basel kommt. 

Vor einer proppenvollen Tribüne liessen die Meilemer auf der heimischen Allmend sogleich die Muskeln spielen. Dank Toren von Fetah Murina und Fabian Neururer lag Meilen nach zwei Minuten mit 2:0 in Führung. Doch die Basler aktivierten nach fünf Minuten ihren starken Mittelblock, der der Meilemer Defensive so einige Schwierigkeiten bereitete. Die grossgewachsenen Beppis nutzten stets jene Momente, in denen die Seebuben die Hände unten hatten, und konnten wiederholt von den Startschwierigkeiten des Heimteams profitieren. 

Doch Meilen behielt die Führung. Im Vergleich zum ersten Barragespiel gegen Langenthal stimmte an diesem Abend auch die Chancenauswertung. Danilo Graf, das Ausnahmetalent am Kreis, schwartete die Bälle mit Schweizer Präzision ins Netz. Ueli Ehrbar am rechten Flügel verteidigte nicht nur wie ein Löwe, sondern wusste in den entscheidenden Momenten auch im Angriff zu punkten. Und Fetah Murina wirbelte seinen Gegenspielern schwindelerregend um die Ohren und liess den Torhüter wiederholt alt aussehen. So lag Meilen fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit immer noch mit zwei Toren in Führung. Plötzlich sank die Konzentration aber merklich. Meilen schien es eilig zu haben und verspielte vorne die Bälle. Basel liess sich nicht zwei Mal bitten und nutzte die technischen Fehler, um zum Pausenresultat von 14:14 auszugleichen. 

Eine ärgerliche Situation: Meilen spielte stark, aber hatte aufgrund einer kurzen Schwächephase den wichtigen Vorsprung verspielt. Noch waren aber 30 Minuten auf der Uhr. Und die Seebuben waren sich diesen Sieg schuldig. Nicht nur sich selbst, sondern auch den Dutzenden Fans, die an diesem Abend bedingungslosen Support in die Halle mitgebracht hatten. Fans wie die Teamkollegen Seimen Meier, Beni Omlin und Sämi Berner, die sich auf der Tribüne die Seele aus dem Leib schrien. Fans wie das gesamte Meilemer Damen-Team, das die Seebuben lautstark mit Hupen anfeuerte. Fans wie der verletzte Stefan Geissmann, der auf der Bank jeden einzelnen Spieler unermüdlich antrieb und motivierte. Mamis, Papis, Kinder, Freundinnen, Ehefrauen, Kollegen – sie alle waren gekommen, um Meilen siegen zu sehen. 

Und so stellten sich die Seebuben erneut auf den Platz, um diesen Sieg um jeden Preis zu erkämpfen. Es wäre jedoch kein Meilemer Spiel, wenn es nicht noch einmal spannend geworden wäre. Die Basler hatten in der Pause offensichtlich ein paar Power-Läggerli gegessen und legten nun noch einmal eine Schippe drauf. Plötzlich lag Meilen mit zwei Toren hinten. Doch die Seebuben liessen den Kopf nicht hängen und spielten unbeeindruckt weiter. Unablässig und geduldig suchten sie die Lücken in der Basler Defensive – und fanden sie. 

Patrik Gloor kämpfte sich furchtlos durch die Basler Verteidigung, Lukas Bürkli verwandelte einen Drehball nach dem anderen, und Gjin «Karabatic» Lasku hatte ein weiteres Mal den richtigen Riecher für seine berühmt-berüchtigten Schlenzer. Innert kürzester Zeit war nicht nur der Rückstand eingeholt, sondern auch die Führung wieder auf zwei Tore ausgebaut. Jetzt war auch die Meilemer Defensive auf Betriebstemperatur. Und was nicht in der gelben Mauer hängen blieb, kratzte der überragend spielende Torhüter Manu Votapek von der Linie. Den Baslern ging langsam aber sicher die Puste aus, während Meilen zu Höchstleistungen auflief. Die letzten zehn Minuten der Partie waren ein Meilemer Schaulaufen. Unter dem tosenden Applaus der euphorisierten Zuschauer gelang es den Seebuben, die Führung auf fünf Tore auszubauen. 

Die erlösende Schlusssirene besiegelte das Resultat von 30:25 und stellte klar: Meilen hat den Ligaerhalt geschafft! Eine Genugtuung für das Zürcher Handballherz, den Gegner mit einer Niederlage nach Basel zurückzuschicken! Doch ganz im Ernst: Auch wenn die vergangene Saison alles andere als optimal verlief und der ganzen Mannschaft viel abverlangt hat, haben die Meilemer bewiesen, dass sie in die 2. Liga gehören. Dieser bedingungslose Teamgeist macht diese Mannschaft einzigartig: Einer für alle, alle für einen, egal was kommt. Jeder leistet seinen Teil und wird dafür geschätzt. 

In der nächsten Saison liegt für die Seebuben sehr viel drin. Jetzt geht es aber zuerst einmal in die wohlverdiente Pause beziehungsweise nach Köln, wo der Teamgeist sicher noch einmal gestärkt werden kann. Na dann – Prost!

xeiro ag