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Meilen ringt den Erzrivalen Stäfa nieder

Im Derby gegen Stäfa gehen die Meilemer Handballer mit einem äusserst knappen Sieg (24:25) vom Platz. Trotz einer durchzogenen Leistung zählt am Ende nur der Sieg gegen den Erzrivalen.

Auf dieses Spiel hatten sich die Seebuben schon lange gefreut – die Direktbegegnung mit den Stäfner Handballern ist als Knüllerspiel berühmt-berüchtigt. Eine uralte Hassliebe verbindet die beiden Mannschaften, und entsprechend gross war die Anspannung vor der Partie. 

Rund 200 Zuschauer fieberten auf der Tribüne mit. In der letzten Saison hatte man hier, in der Frohberghalle hoch über Stäfa, einen hart umkämpften Sieg feiern dürfen. Diese Emotionen wollte man unbedingt wiederholen. Und so startete Meilen fokussiert und angriffslustig in dieses Spiel. 

Mit einem «Hering» aus dem Lehrbuch brachte Lukas Bürkli seine Mannschaft mit 1:0 in Führung, und Fetah Murina legte mit einem Gegenstoss gleich noch einen Treffer drauf. Und als Meilen nach gut sieben Minuten bereits mit 1:5 vorne lag, rieben sich viele Stäfner verwundert die Augen. Doch jetzt waren auch sie in der Partie angekommen und schalteten einen Gang höher, während bei den Seebuben die Konzentration zu wackeln begann. 

Die Defensive wurde zunehmend nachlässig und liess zu viele Lücken offen, sodass bald darauf der Ausgleich fällig war. In der Folge verlief die Partie zwar ausgeglichen, aber doch eher harzig. Um jedes einzelne Tor musste hart gekämpft werden. Meilen behielt die Oberhand, verpasste es aber aufgrund verfrühter Abschlüsse und Ballverluste, die Führung wieder auszubauen. Währenddessen verteilten die Schiedsrichter Strafen wie Konfetti: Allein in der ersten Halbzeit wurden acht Zeitstrafen ausgesprochen. Obwohl sich die Seebuben wieder auf rege Diskussionen mit dem Schiri einliessen, verloren sie nicht den Kopf und fokussierten sich wieder aufs Wesentliche, das Toreschiessen. Mit dem Zwischenresultat 12:14 ging es in die Pause. 

Richtig zufrieden war niemand mit der Leistung in der ersten Halbzeit. Man lag zwar vorne, aber der Vorsprung war dünn, und die Stimmung in der Halle konnte jederzeit kippen. Doch das Seederby ist eben gerade deshalb so speziell, weil der Sieg über Stäfa fast schon doppelt so viel wert ist wie ein Sieg über andere Teams. Und so ging es mit doppelt so viel Motivation und Siegeswillen zurück aufs Feld, wo Gjin «Karabatic» Lasku sogleich den Ball im Netz zappeln liess. 

Stäfa versuchte zwar alles in seiner Macht stehende, um wieder an Meilen heranzukommen, doch die Seebuben hielten dicht. Nicht zu-letzt dank Manu Votapek, der ganze 40 Prozent der Stäfner Torchancen zu vereiteln wusste. Und vorne sorgten die Torgaranten Fetah Murina, Danilo Graf und Stefan Geis-smann dafür, dass Meilen nach rund 50 Minuten mit fünf Toren vorne lag. 

Der Sieg war in greifbare Nähe gerückt, jetzt nur nicht einbrechen! Doch man hatte die Rechnung ohne Stäfa gemacht, das jetzt auf jede noch so kleine Meilemer Unsicherheit wartete. Mit drei Gegenstössen in kurzer Abfolge waren die Gelb-Schwarzen plötzlich wieder da, dicht auf den Fersen der Meilemer. Als dann kurz vor Schluss der Ausgleich fiel, war die Partie auf einen Schlag wieder völlig offen. Die Spannung stieg ins Unermessliche, wer die Fingernägel nicht schon vorher abgekaut hatte, begann spätestens jetzt damit. 

Beim Stand von 24:24 und eine Minute vor Schluss startete Meilen seinen letzten Angriff. Dann, ein Foul, ein Pfiff – der Schiedsrichter entschied auf Penalty! Fetah Murina, der zuvor schon alle Siebenmeter souverän verwertet hatte, hatte die Entscheidung über diese Partie in der Hand. Und er blieb cool – ohne viel Firlefanz brachte er den Ball in der unteren linken Ecke unter, während die Halle unter dem Jubel der Zuschauer und der Mitspieler erbebte. Stäfa blieben noch zehn Sekunden, um einen letzten Angriff zu starten, doch der Ball flog am Anspielpunkt vorbei, und wenig später machte der Buzzer den Meilemer Sieg zur Tatsache. Grenzenloser Jubel, der Erzrivale war geschlagen! 

Dass es die Seebuben noch einmal richtig spannend gemacht hatten, wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Aber am Ende zählt der Sieg, und dieser tut besonders gut – denn Meilen hat sich damit nicht nur den fünften Tabellenplatz gesichert, sondern liegt jetzt auch vor Stäfa. Es ist eine dieser kleinen Freuden im Leben. 

Bald schon gilt es wieder ernst: Am Samstag spielt Meilen um 18.30 Uhr in der Allmend gegen die SG GC Amicitia/Albis Foxes, die punktgleich dicht hinter Meilen auf dem sechsten Tabellenplatz liegt. Und da sollen die nächsten zwei Punkte her!

xeiro ag