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Meilen kassiert die erste Niederlage

Im Spiel gegen den TV Unterstrass verlieren die Meilemer Handballer knapp mit 29:27. In einer eigentlich attraktiven Partie ging den Seebuben gegen Schluss die Puste aus.

Stellen Sie sich vor, eine Primarschulklasse spielt gegen eine Gruppe von Senioren Handball. Die Primarschüler sind nicht zwingend besser und haben auch nicht mehr Kraft, aber definitiv mehr Ausdauer als die Senioren. – Ungefähr so lässt sich das Auswärtsspiel gegen den TV Unterstrass vom vergangenen Samstag zusammenfassen. Die Meilemer Handballer (in diesem Szenario die Senioren) reisten bereits mit dezimiertem Kader an, um gegen den TV Unterstrass (hier die Primarschüler) ihr viertes Saisonspiel zu bestreiten. Auf den ersten Blick trafen die Seebuben hier auf eine lösbare Aufgabe – die gegnerischen Spieler waren kleiner, leichter und weniger erfahren. Geschätzter Altersschnitt etwa 20 Jahre. Doch Tempo, das kann die Jungmannschaft, und wie. Die Meilemer Handballer, bei denen hier und da schon die ersten grauen Haare aufblitzen und das eine oder andere Kniegelenk schon Spuren von Arthrose aufweist, brauchten also vor allem Ausdauer, um dieses Spiel zu gewinnen. 

Tore schiessen können die Meilemer – eigentlich

Zu Beginn lief die Sache ziemlich rund, im Angriff trafen die Seebuben auf wenig Gegenwehr und kamen ohne grosse Mühe zum Torerfolg. Bald lagen sie in Führung. Doch die Gegner blieben stets dicht dran. Mit dynamischen Laufwegen und schnellen Angriffen fanden sie immer wieder ihren Weg durch die Meilemer Abwehrreihen. Hier prallten zwei Handballwelten aufeinander: Schnelles Spiel gegen Erfahrung und Kraft. Die letztere Spielweise war zumindest in der ersten Halbzeit im Vorteil, und so gingen die Meilemer mit einer knappen Führung von 15:16 in die Pause.

Die Seebuben konnten dieses Spiel gewinnen, das war allen bewusst. Mit dem Tempo der Gegner mitzuhalten, lag zwar nicht drin. Aber wenn man die Torchancen konsequent ausnutzte, sollte es eigentlich zum Sieg reichen. Tore schiessen, das können die Meilemer. Auch heute zeigten sie wieder Glanzstücke – Lukas Koller brillierte mit Kunstschüssen am Kreis, Gjin «Karabatic» Lasku bewies erneut ein feines Händchen (13 Tore!) und Patrik Gloor tankte sich mit roher Kraft durch die gegnerischen Abwehrreihen. Aber jede Aktion kostet Kraft. Und weil Meilen gerade im Rückraum an diesem Tag sehr dünn besetzt war, zeigten sich im Verlauf der zweiten Halbzeit Ermüdungserscheinungen. 

Immer öfter verlor Meilen den Ball, immer öfter gingen hundertprozentige Abschlüsse daneben. Derweil machte der TV Unterstrass keine Anstalten, das Tempo zu drosseln, im Gegenteil. Und so geschah das Unvermeidliche – Meilen gab die Führung aus der Hand.

Ein wichtiges Lehrstück

Jetzt galt es, die Kräfte einzuteilen und intelligent zu spielen. Doch wenn die Pumpe auf Hochtouren läuft, fliesst das Blut nicht zwingend in Richtung Kopf. Die Seebuben fanden kein Mittel mehr gegen die auftrumpfenden Gegner, die immer öfter per Gegenstoss zum Torerfolg kamen. Zwar blieb es bis zum Schluss spannend, doch als Unterstrass kurz vor Ende der Partie auf 29:27 erhöhte, war das Ding gelaufen. Die Primarschüler waren sichtlich erfreut darüber, den Tabellenführer besiegt zu haben. Es sei ihnen gegönnt. Und für die Meilemer Senioren war das erste verlorene Spiel wohl ein wichtiges Lehrstück: Wenn die ganze Last auf den Schultern von zwei Rückraumspielern ruht, geht zwangsläufig irgendwann die Puste aus. Alle Spieler auf allen Positionen müssen gefährlich sein und Verantwortung übernehmen – gerade dann, wenn Leistungsträger fehlen.

Schon am Mittwoch wartet der nächste Gegner: Dann treten die Seebuben auswärts gegen den SC Volketswil auf den Platz.

xeiro ag