Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Mehr Blumenwiesen am Pfannenstiel

Seit 2018 ist für die Gemeinden am Pfannenstiel ein «Leitbild zur Siedlungsökologie» erarbeitet worden, welches vergangene Woche unterschriftsreif war: Die Förderung von Biodiversität wird auch politisch zu einem immer wichtigeren Thema.

  • Acht der Gemeindepräsidenten waren persönlich anwesend: Markus Ernst (Küsnacht), Christoph Hiller (Meilen), Gaudenz Schwitter (Herrliberg), Jürg Eberhard (Zumikon), Christian Haltner (Stäfa), Christian Schucan (Vizepräsident Uetikon a.S. in Vertretung von Urs Mettler), Sascha Ullmann (Zollikon) und André Thouvenin (Männedorf) (v.l.). Es fehlen Sascha Patak (Erlenbach), Rainer Odermatt (Hombrechtikon), Jürg Hess (Oetwil a.S.) und Tobias Bolliger (Egg). Foto:MAZ

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Die Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil (ZPP) hatte dem Naturnetz Pfannenstil (NNP) bereits 2012 den Auftrag erteilt, die Gemeinden in diesem Bereich zu unterstützen, denn nicht nur Umfragen in der Bevölkerung zeigen, dass viele Menschen die Natur vor der eigenen Haustüre als wichtig für ihre Lebensqualität einschätzen. Das 2018 an zwei Workshops erarbeitete Leitbild zur Siedlungsökologie soll die Bevölkerung der Pfannenstiel-Gemeinden – gemeint sind alle elf Gemeinden des Bezirks Meilen und die Gemeinde Egg – für das Thema Biodiversität in der Siedlung sensibilisieren. Konkret verpflichtet es die Gemeinden, in Sachen Biodiversitätsförderung innerhalb der Siedlungen eine Vorbildfunktion zu übernehmen. 

Bern legt die Marschrichtung fest

In einem Kurzreferat in der Aula Schule Blatten, Männedorf, erklärte FDP-Nationalrat Beat Walti, dass Biodiversität und die Erhaltung und der Schutz der Natur bis auf Bundesebene wichtig sind. So befassen sich die Artikel 77 bis 79 der Bundesverfassung mit dem Wald, Natur- und Heimatschutz, der Fischerei und der Jagd. Während in Bern die Marschrichtung festgelegt wird, sind für die Umsetzung die Kantone und Gemeinden zuständig, idealerweise im Verbund.

Bereits vor neun Jahren wurde die Strategie «Biodiversität Schweiz» verabschiedet, mit explizitem Qualitätsziel für den Siedlungsraum. «Und das ist letztlich das, was die Gemeinden beschäftigt. Die Artenvielfalt in den Siedlungen gilt es zu erhalten, sie zu fördern und die Biodiversität zu steigern», sagte Walti. Gleichzeitig muss der Siedlungsraum aber auch den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden, die in ihm leben. Das NNP gehe hier mit gutem Beispiel voran.

Klare Ziele für die Gemeinden

Weil Naturschutz und Biodiversität nicht an der Gemeindegrenze aufhören, wurden die ZPP-Statuten Anfang 2021 angepasst und der Auftrag erteilt, die Gemeinden in der Bewältigung ihrer Naturschutzaufgaben zu unterstützen. Bereits seit 2012 setzt das NNP Schwerpunkte in der Sensibilisierung, Weiterbildung und Beratung für Private und Gemeinden. So organisiert das NNP etwa Abendspaziergänge zu verschiedenen Themen oder Gärtnerkurse. 

Die Ziele im Leitbild Siedlungsökologie sind klar definiert. Alle gemeindeeigenen Grünflächen, deren Nutzung es zulässt, sollen bis 2026 naturnah angelegt und gepflegt werden. Die naturnahe Pflege soll dabei nicht mehr oder sogar eher weniger kosten als die bisherige Bewirtschaftung. Wie Herrlibergs Gemeindepräsident Gaudenz Schwitter sagte, der das Leitbild auszugsweise präsentierte, wird das NNP zuständig sein für die Sensibilisierung der Bevölkerung, während Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Verwaltung die Wichtigkeit des Themas vermitteln. 

Mit der Unterzeichnung durch die Gemeindepräsidenten trat das Leitbild am 11. November in Kraft.

xeiro ag