Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Kunst aus den Partnergemeinden

Bei schönstem Wetter fand am vergangenen Samstag die Vernissage der Ausstellung «Blankoscheck» im Ortsmuseum statt – eine Schau mit Künstlern aus Meilens Partnergemeinden.

  • Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung «Blankoscheck»: Thomas Anklin, Helga Zumstein, Anita Sieber, Reto Scheiber, Eva-Maria Pfaffen, Monika Flütsch und Urs A. Furrer (v.l). Fotos: MAZ

  • Ernst Flütsch umrahmte die Vernissage musikalisch mit seinem Handörgeli.

  • Die Installation von Reto Scheiber und Anita Sieber ist begehbar.

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Dank Sonnenschein konnte die Vernissage im Garten des Ortsmuseums durchgeführt werden – ideal, um das Corona-bedingte Schutzkonzept einzuhalten. 

Nach 2016 kommt es bereits zum zweiten Mal zu einer Ausstellung der Meilemer Partnergemeinden Ausserberg (VS), Bauen (UR) und St. Antönien (heute Teil von Luzein, GR). Anders als vor vier Jahren stehen indes diesmal nicht die drei Gemeinden selber, sondern je zwei Künstler im Mittelpunkt, die dort leben oder tief mit den Gemeinden verbunden sind, etwa, weil sie dort aufgewachsen sind.

Gelebte Demokratie und Freundschaft

Geplant war die Vernissage eigentlich am Freitag im Rahmen des Meilemer Herbstmärts. Da dieser wegen Corona ausfiel, wurde die Vernissage auf den Samstagnachmittag verschoben. Nach der Begrüssung durch OMM-Stiftungsratspräsident Werner Wunderli, der ein Handörgeli-Ständchen von Ernst Flütsch vorausgegangen war, richtete Gemeindepräsident Christoph Hiller das Wort an die Besucher. 

Er hob in seiner Ansprache das besondere Verhältnis von Meilen zu seinen Partnergemeinden mehrfach hervor. «Die drei Gemeinden kommen jeweils zu uns an den Herbstmärt, und auch der Meilemer Gemeinderat war schon mehrfach bei ihnen zu Besuch. Das zeugt von gegenseitigem Interesse, von gelebter Demokratie und Freundschaft», sagte Christoph Hiller. Für Meilens Gemeindepräsident ist klar, dass die Kunst, die in der Ausstellung gezeigt wird, inspiriert wurde von der wunderbaren Landschaft, in der die Partnergemeinden liegen. «Man sieht, die drei Gemeinden bieten ganz viel Inspiration für spannende Kunst. Installationen, Bilder, Möbel – die Ausstellung vereint unterschiedliche Kunststile und ist in meinen Augen sehr besonders. Es lohnt sich, die Werke im Detail anzuschauen», sagte er. 

Ein Geissbock reicht nicht

Theo Schmid, Gemeindepräsident von Ausserberg, hat spontan zugesagt, bei der Ausstellung der Partnergemeinden mitzumachen. «Als mich Werner Wunderli vor einem Jahr gefragt hat, ob wir dabei seien, sagte ich sofort ja, habe mir aber erst im Nachhinein überlegt, dass hier von Kunst die Rede ist, nicht davon, die Gemeinde zu präsentieren», erinnerte er sich. Ihm war klar, dass er sich auf die Suche nach Künstlern machen musste, und dass es nicht reichen würde, «ein Bild eines Geissbocks an die Wand zu hängen». 

So war er war froh, mit Eva-Maria Pfaffen und Helga Zumstein zwei tolle Künstlerinnen gefunden zu haben, um Ausserberg zu vertreten. Er ist überzeugt, dass die Kunst der beiden Frauen eine eigene Sprache spricht, denn «Kunst fängt dort an, wo Sprache aufhört.» 

Obwohl Jann Flütsch, der ehemalige Gemeindepräsident von St. Antönien (heute Vize-Präsident von Luzein), die Absage des Meilemer Märt bedauerte, fand er es schön, dass nun die Kunst und die Vernissage im Mittelpunkt standen. Die Künstlerin Monika Flütsch war übrigens schnell gefunden, ist sie doch seine Frau. Aber auch Urs A. Furrer war sofort bereit, seine Kunst in Meilen zu präsentieren. Die Gemeinde Luzein sei daran, ein tolles Programm für Künstlerinnen und Künstler auf die Beine zu stellen, berichtete Jann Flütsch weiter. Kunst und Kultur sollten in der Berggemeinde mehr Gewichtung finden: «Der Zeitpunkt für eine solche Ausstellung ist für uns also optimal.» 

Die Gemeinde Bauen wird künstlerisch von Reto Scheiber gemeinsam mit Anita Sieber und Thomas Anklin vertreten. 

Künstlerisches Schaffen in Bergregionen

Gedanken über die Bedeutung von künstlerischem Schaffen in Bergregionen machte sich auch Christoph Meichtry, Präsident der Kulturkommission von Ausserberg.  Wie beeinflusst das Leben in einer Bergregion das Schaffen seiner Künstlerinnen und Künstler? Berggebiete sind von einer rauen Topografie gekennzeichnet: einsame Höhen, schroffe Felswände, Eis und Schnee bilden einen Rahmen, der zwar ästhetisch sehr reizvoll ist, seit jeher aber eine Herausforderung für die Menschen bedeutet. Es sei bemerkenswert, dass Bergregionen mehrfach Schauplatz für die Entstehung herausragender Kunstwerke waren und immer noch sind. 

Die Kulturkommission Ausserberg hat sich zum Ziel gesetzt, künstlerisches Schaffen zu unterstützen und der Bevölkerung Kultur und Kunst näherzubringen. Kunstschaffende reflektieren die Gesellschaft, dokumentieren soziale Zustände und setzen ihre Theorien in Form von Kunstwerken um. Das gilt es zu unterstützen. Egal, ob am Berg oder im Tal. 

«Blankoscheck» im Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14, mit Bildern und Installationen. Ausstellung bis 4. Oktober. Offen jeweils Samstag und Sonntag 14.00 – 17.00 Uhr. 23. September: Steinpigmentkurs für Kinder mit Urs A. Furrer.

xeiro ag