Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Kreativ mit Nadel und Faden

2012 hat die Meilemerin Cornelia Toller ihr Mode-Atelier gegründet. Nach einigen Jahren Pause soll es nun zu einem festen Bestandteil von Meilens Gewerbe werden.

  • Cornelia Toller schneidert, ändert und flickt Kleidungsstücke in ihrem Atelier an der Bergstrasse. Fotos: MAZ

  • Die Designerin verkauft Outfits und Kopfschmuck aus eigener Kollektion.

  • Dieses Kleid hat Cornelia Toller selber designt und genäht.

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Mode und Kreativität bestimmen Cornelia Tollers Leben. Nach der obligatorischen Schule absolvierte sie eine Ausbildung als Modeverkäuferin an der Bahnhofstrasse und besuchte anschliessend die Kunstschule, bevor sie sich an der Schweizerischen Textilfachschule zur Modeassistentin und Modedesignerin weiterbilden liess. 

Vor fast zehn Jahren eröffnete sie in Meilen ihr Mode-Atelier, in dem sie eigene Kreationen und massgeschneiderte Kleider produzierte. Nach einigen Jahren kehrte sie der Mode beruflich den Rücken. Sie absolvierte eine weitere Ausbildung und arbeitete am Schreibtisch. Glücklich wurde sie trotz stabilerem Einkommen und mehr Planungssicherheit nicht. «Mir fehlte das kreative Arbeiten, der Umgang mit Stoff und die Möglichkeit, mich im Job richtig ausleben zu können», erklärt sie. So beschloss sie, ihrem Mode-Atelier eine zweite Chance zu geben. Anfang dieses Monats feierte das Atelier an der Bergstrasse 159 Wiedereröffnung. 

Aus alt mach neu

Vor der Wiedereröffnung hat sich die 34-jährige Modedesignerin stark mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Während sie früher den Fokus auf die eigene Produktion legte, möchte sie heute bestehende Teile so umdesignen, dass sie weiterhin getragen werden können und der Besitzerin oder dem Besitzer noch lange Freude bereiten. «Während meiner Ausbildung war das Thema Nachhaltigkeit noch nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Heute wissen wir viel mehr darüber und machen uns alle mehr Gedanken um unsere Umwelt», sagt sie. Noch immer regiert «Fast Fashion» unsere Kleiderschränke: Man kauft günstige Teile, die dann schnell wieder entsorgt und ersetzt werden. Leider sind sie in den seltensten Fällen fair produziert und belasten die Umwelt. 

Am liebsten mit Schweizer Stoffen

Wenn Cornelia Toller etwas von Grund auf designt, dann vorzugsweise mit Stoffen, die in der Schweiz produziert wurden. «So kostet ein Kleid oder ein Blazer aber auch schnell einige hundert Franken. Zum Stoff kommt ja noch meine Arbeit», erklärt sie. Weil das nicht für jeden erschwinglich ist, bietet die Designerin auch an, aus alten Kleidungsstücken Neues zu gestalten. «Oft hat man Kleider im Schrank, die der aktuellen Mode nicht mehr entsprechen oder die den eigenen Modestil nicht zu hundert Prozent abdecken. Ich gestalte etwas Neues daraus.» 

Man kann auch Kleider vorbeibringen, die man nach der Änderung nicht selber behalten möchte und erhält dafür einen Gutschein im Wert des abgegebenen Materials. Der Bon kann für Dienstleistungen des Ateliers verwendet werden. Die abgegebenen Teile werden kreativ verändert, an einer Modeschau präsentiert und verkauft. 

Den eigenen Stil finden

Den eigenen, individuellen Stil zu finden, ist nicht immer einfach. Auch dabei hilft die Modedesignerin – mit Eigenkreationen oder Abänderungen, die speziell auf die Kundin oder den Kunden zugeschnitten sind. Cornelia Toller näht auch immer mehr Kleidungsstücke für sich selber: «Meine Kundinnen und Kunden sehen dadurch, dass meine Arbeiten alltagstauglich sind.» 

Schneller Änderungsservice 

In erster Linie bietet Cornelia Toller in ihrem Atelier indes klassische Schneiderarbeiten an. Änderungen wie Hosen kürzen oder Reparaturen an beispielsweise einem zerrissenen Innenfutter sind für sie kein Problem. Zudem zaubert sie Kopfschmuck, verschönert Hüte und bietet Shoppingbegleitungen an. 

Und weil das Schöne nicht bei der Kleidung aufzuhören braucht, kann man im Atelier Toller ein Abo für «Montagsblumen» lösen. Für nur 45 Franken pro Lieferung wird montags ein frischer Blumenstrauss direkt nach Hause geliefert, und zwar je nach Wunsch wöchentlich, alle vierzehn Tage oder monatlich, denn weil sie schon als Kind Freude an Blumen hatte, hat Cornelia Toller ein Diplom beim Schweizer Floristenverband erworben.

www.ateliertoller.com

 

xeiro ag