Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Kein Haar in der Suppe

Was für ein grosses Glück fällt da der Gemeinde Meilen einfach so in den Schoss. Angesichts eines solchen Geschenks ist man fast versucht, das Haar in der Suppe zu finden.

Doch es gibt keines! Der Vorstand der Grünen Meilen hat dem Stiftungsrat der Stiftung Burkwil persönlich auf den Zahn gefühlt und ist überzeugter denn je aus diesem Treffen gekommen. 

In Obermeilen soll eine Wohnsiedlung entstehen, die ihresgleichen sucht. Die Stiftungsräte bemühen sich bei der Realisation des Projektes um soziale Durchmischung, günstigen Wohnraum, ein konstruktives Aufeinandertreffen verschiedener Generationen. Sie wollen eine offene Siedlung kreieren, die auch für die ganze Meilemer Bevölkerung einen Mehrwert erzeugt. Sie machen sich Gedanken zum Wert eines wirklich durchdachten Spielplatzes in der Siedlung. Sie erwägen sogar, eigens eine Person anzustellen, die die Gemeinschaft und das Zusammenleben fördern soll. 

Dabei orientieren sie sich an bestehenden, gut funktionierenden Projekten wie dem Hunziker-Areal, Mehr-als-Wohnen in Zürich und die Giesserei in Winterthur. Dass ein so zukunftsweisendes Projekt mit positiven Auswirkungen für die ganze Gemeinde realisiert wird, passiert den Meilemern wahrscheinlich nicht so schnell wieder.

Nun kann man sich fragen, wieso die Grünen ein Bauprojekt unterstützen, wo sie sich doch stets für den Schutz von Grünland eingesetzt haben. Tatsächlich ist es angesichts der wachsenden Bevölkerung unseres Landes und unserer Gemeinde mittelfristig unumgänglich, neuen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Für die Grünen ist aber von höchster Bedeutung, dass das in nachhaltiger und umweltverträglicher Weise geschicht. 

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind sehr komplexe Themen, bei denen Natur, Mensch und Klima gleichermassen beachtet werden müssen. In der heutigen Zeit gibt es vor lauter Individualisierung viele einsame Menschen, vor lauter Egoismus zu viele Besitztümer. Mit Wohnformen, wie sie die Stiftung vorsieht, können die Menschen wieder zusammenfinden. Zudem wird das Klima stark entlastet, wenn sich mehr Leute ans Teilen als ans Besitzen gewöhnen. Die Baumaterialien, die die Stiftung vorsieht, Lehm und Holz, sind absolut klimaneutral.

Und wo bleibt die Natur? Bekanntlich ist die Biodiversität im Siedlungsraum höher als in vielen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Dollikerbach eignet sich wunderbar dazu, vielen Tieren und Pflanzen ein passendes Habitat zu bieten. Gemäss Bauvorschrift wird der Boden links und rechts des Baches über eine Breite von mindestens 20 Metern weder bebaut noch versiegelt. Eine grosse Chance für die Natur, ökologisch hochwertigen Raum für sich zu beanspruchen. 

Aus den genannten Gründen sind die Grünen überzeugt davon, dass die Siedlung Burkwil sowohl aus gesellschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht einen grossen Gewinn für Meilen darstellen würde. Die Vorstandsmitglieder der Grünen wünschen den Meilemerinnen und Meilemern den nötigen Mut, sich auf ein zukunftsorientiertes Projekt einzulassen, das ihnen noch lange Freude bereiten wird.

xeiro ag