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Junge Künstler im Ortsmuseum

Dank des sonnigen Wetters konnte die Vernissage der Ausstellung «es ist weniger lustig als dramatisch», die noch bis am 22. September im Ortsmuseum gezeigt wird, am letzten Freitag draussen vor dem Museum stattfinden.

  • Denis Twerenbold, Ruben Maria Pfanner und Martin Zürcher stellen noch bis am 22. September im Ortsmuseum aus. Foto: MAZ

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Vor der offiziellen Begrüssung durch Fiona Hodel, Stiftungsrätin des Ortsmuseums, und der Einführung durch Kunsthistorikerin Daniela Minneboo hatten die Besucher genügend Zeit, durch die Ausstellung zu schlendern und die gezeigten Werke auf sich wirken zu lassen. Was jedem Besucher sofort auffällt, sind die unterschiedlichen Kunststile, die an dieser Ausstellung aufeinandertreffen. Während der Meilemer Martin Zürcher als Bildhauer mit Stein arbeitet, bedient sich Ruben Maria Pfanner für seine bildende Kunst an von der Gesellschaft entsorgten Materialien wie alten Kartonschachteln oder Matratzen. Der dritte im Bunde, Denis Twerenbold, hat sich der Fotografie verschrieben. Er kombiniert seine Werke mit Schriftzeichen. 

Regelmässiger Austausch 

Die drei Künstler, allesamt um die 30 Jahre alt, trafen sich seit 2017 regelmässig, um sich über die Entwicklung ihrer Arbeiten auszutauschen. Bei diesen Treffen standen der Arbeitsprozess und die gemeinsame Reflektion im Zentrum. «Anders als die schnelllebige Welt, in der wir leben, nimmt die Produktion von Kunstwerken viel Zeit in Anspruch. Der Prozess ist geprägt von Versuch und Scheitern, aber auch von Routine und Regelmässigkeit», sagt Daniela Minneboo und erklärt: «In Anbetracht der jahrelangen Arbeit an den Werken empfinden die Künstler die Arbeit dann teilweise als ‚weniger lustig als dramatisch‘, was der Ausstellung ihren Namen gab.» 

Von der Natur inspiriert

Alle drei Künstler lassen sich von der Natur inspirieren. Denis Twerenbolds Fotografien zeigen überwiegend Natursujets. Ergänzt durch Wörter in grossen Buchstaben, die eine imaginäre Geräuschkulisse schaffen, vermitteln sie das Gefühl, man erlebe den Ort auf dem Bild live. Auch seine Bilder von Glühwürmchen sind von der Natur geprägt. 

Die Skulpturen von Martin Zürcher entstehen aus riesigen Steinbrocken und werden durch präzises Arbeiten in unzähligen Arbeitsschritten zu geometrischen Grundformen mit genau definierten Umrissen und Stufen. 

Die Werke aus der Serie «Baumfragmente» von Ruben Maria Pfanner wecken Assoziationen zu Baumstämmen oder Rinde. Gefertigt werden die Werke aus Karton. Das aus Holz gewonnene Material scheint in seine ursprüngliche Form zurückgefunden zu haben. Die Serie «Industrie Tree» soll ebenfalls an einen Wald erinnern. Das Material bearbeitet der Künstler so, dass es für diverse Verfahren verwendbar und handhabbar wird. 

Die drei Künstler sind während den Öffnungszeiten anwesend und geben gerne persönlich über ihre Werke Auskunft. Bereits beim Apéro an der Vernissage entstanden viele interessante Gespräche. 

Ausstellung «es ist weniger lustig als dramatisch» im Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14. Öffnungszeiten jeweils am Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Die Künstler sind anwesend. Die Ausstellung dauert bis am 22. September. 

xeiro ag