Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Jazz aus aller Welt erfüllte die Kirchgasse

«Grossartig», «Gänsehaut», «den Tränen nahe», «das Beste, was ich in Sachen Musik in Meilen je gehört habe» – so und ähnlich lauteten die Reaktionen, die während der Jazznächte am vergangenen Wochenende von Freitag bis Sonntag immer wieder zu hören waren.

  • Della Miles brachte den Löwen-Saal zum Kochen: Ihr Auftritt war einer der Höhepunkte. Fotos: MAZ

  • Die Swiss Gospel Singers mit rund 60 Sängerinnen und Sängern erfüllten den Kirchenraum mit glockenreinem Gesang.

  • Steve «Big Man» Clayton und seine Männer brachten den Baukeller zum Kochen.

  • Das OK der Meilemer Jazznächte: OK-Präsident Benjamin Stückelberger, Beatrice Bosshard, Melanie Bischofberger, Alain Chervet und Tobias Ziegler (v.l.). Nicht auf dem Bild: Paul Franchi.

  • Das Floriano Inacio Trio brachte Brasilien in den Gewölbekeller des Ortsmuseums.

  • Geniale Technik, ungebremste Spielfreude: Die Dirk Raufeisen Swing Division.

  • Musik von Nat King Cole wurde vom Jérôme de Carli Trio dargeboten.

  • Die Nachwuchsband The New Generation zeigte, dass Jazz nicht nur etwas für Oldies ist.

  • Der Jazzgottesdienst vom Sonntag mit Malcolm Green und dem Gospelchor der Kantorei bildete den Abschluss des diesjährigen Jazzfestivals. Foto: Sonja Schäffeler

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International war die Zusammensetzung. Musikerinnen und Musiker aus den USA, Grossbritannien, Deutschland, Brasilien und Polen waren ebenso vertreten wie aus der Schweiz und der nahen Region. 

Aus dem Festzelt erklang jeweils  zur Begrüssung Big-Band-Sound von der SMZ Big Band und von den Nachwuchstalenten der New Generation. Und auch das Wetter lud dazu ein, sich im Zelt oder davor musikalisch auf den Jazz einzustimmen.

Erstmals auch im Ortsmuseum

Dirk Raufeisen und seine Swing Division nahmen diese Stimmung im Löwensaal auf und performten am Samstagabend Jazzklassiker von Oscar Peterson, die berührten.

Ein erster Höhepunkt waren auch die Swiss Gospel Singers, die die reformierte Kirche an beiden Abenden bespielten und so diesen schönen Klangraum wieder ins Festival integrierten. Ihre Interpretationen traditioneller und moderner Gospels erzeugten nicht selten Gänsehaut beim dankbaren Publikum.

Zum ersten Mal überhaupt konnte das Untergeschoss des Ortsmuseums als Jazzkeller genutzt werden. Der Firma Soundengineering unter der Leitung von Joas Leemann ist es gelungen, diesen akustisch heiklen Raum in ein stimmungsvolles Club-Lokal zu verwandeln, in dem die Trios von Floriano Inacio und Jérôme de Carli dem aufmerksamen Publikum ohne Verstärkung Brasil-Jazz und Musik von Nat King Cole darboten. Im Restaurant Frieden waren die Formationen noch kleiner und die Gäste den Künstlern noch näher. Dort konnten sich Levin Deger und das Marcho Marchi Mojo Duo über ein volles Haus und ein begeistertes Publikum freuen.

Ein Höhepunkt: Della Miles am Freitag

Für viele der Höhepunkt des Festivals war der Auftritt von Della Miles am Freitagabend. Während sie in Deutschland oder der Türkei ein «Big Name» ist, ist sie hier in der Schweiz bestenfalls ein Geheimtipp. Dennoch war der Jürg-Wille-Saal voll. Wer sie kannte, wusste, weshalb er gekommen war. Und wer noch nie von ihr gehört hatte, wollte die Frau sehen und hören, die während sechs Jahren als Backing Vocalist mit Whitney Houston durch die Welt tourte. Della Miles zog denn auch vom ersten Moment an das Publikum in ihrem Bann. Ihre Stimme war gewaltig, die Musik grossartig oder eben, wie ein Zuhörer begeistert meinte: «Das Beste, was ich in Sachen Musik je in Meilen gehört habe». Standing Ovations waren die logische Reaktion des begeisterten Publikums.

Ebenfalls nicht ruhig sitzenbleiben konnte das Publikum bei Steve «Big Man» Clayton und seinen «wilden Männern». Sie brachten an beiden Abenden den Baukeller zum Kochen. Bis in den frühen Sonntag hinein tanzten die Menschen zu Steves virtuosem Boogie-Spiel. Am Sonntagmorgen mündete das Festival schliesslich in einen sehr stimmungsvollen und beschwingten Jazz-Gottesdienst, in dem Malcom Green auch die müdesten Festivalbesucher wieder in Bewegung versetzte.

700 Besucher und zahlreiche helfende Hände

Auch hinsichtlich der Kulinarik konnten sich die Besucher in Jazzatmosphäre versetzen. Denn nicht nur die Würste vom Grill, sondern auch die Spezialitäten aus New Orleans fanden regen Zuspruch. Die Männer von den Turnvereinen Meilen und Feldmeilen sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer sorgten unauffällig und fleissig dafür, dass die Meilemer Jazznächte einen reibungslosen Verlauf verzeichnen konnten. Rund 700 Besucherinnen und Besucher zeigten durch ihr Kommen, dass sie diesen Einsatz zu schätzen wissen. «Wir sind sehr froh, dass die Meilemer die Neuauflage des Jazzfestivals so gut aufgenommen haben, und wir freuen uns schon aufs nächste Jahr», sagte OK-Präsident Benjamin Stückelberger.

xeiro ag