Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Invasive Neophyten sollen aus den Gärten verschwinden

Gestern vor einer Woche lancierte das Naturnetz Pfannenstil (NNP) gemeinsam mit den zwölf NNP-Gemeinden und dem Planungs- und Beratungsunternehmen quadra eine Sensibilisierungs-Kampagne gegen invasive Neophyten.

  • Rita Bollmann und Michiel Hartman stellten die Kampagne vor und zeigten Beispiele von invasiven Neophyten. Foto: MAZ

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Invasive Neophyten sind gebietsfremde Problempflanzen, die sich von selber stak vermehren, der Biodiversität schaden und einheimische Pflanzenarten verdrängen. Letztere sind aber zwingend notwendig, um zahlreichen heimischen Lebewesen Nahrung und Lebensraum zu bieten. 

Die Kampagne, die vom Meilemer Michiel Hartman vom NNP und Rita Bollmann von der quadra gmbh vorgestellt wurde, richtet sich an private Gartenbesitzer und zielt darauf ab, dass im eigenen Garten vermehrt auf einheimische Ökotypen gesetzt wird. Damit können die Problempflanzen ersetzt werden. Unglücklich ist, dass die Neophyten nach wie vor verkauft werden dürfen und teilweise von Gartenunternehmen sogar empfohlen werden. «Es entstehen Widersprüche, die verwirren können», gibt Michiel Hartman zu. 

Flyer und Plakate informieren

Im Falt-Flyer, der dieser Ausgabe des Meilener Anzeigers beiliegt, wird erklärt, welche Pflanzen schädlich sind und welche sich tatsächlich für den eigenen Garten eignen. Gartenbesitzer erfahren auch, wie eine schädliche Pflanze richtig entfernt werden muss, um sie definitiv loszuwerden. Die Kampagne soll Gartenbesitzer dazu motivieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu handeln.

Mit gutem Beispiel voran

Die Gemeinde Meilen geht mit gutem Beispiel voran und entfernt und jätet auf ihren Flächen die schädlichen Neophyten. So haben Beat Frei und das Team vom Gemeindeunterhalt zum Beispiel bei der Bahnunterführung Ecke Dorfstrasse/Bergstrasse den schädlichen Kirschlorbeer ausgegraben und stattdessen neue, einheimische Sträucher gepflanzt. «Gerade der Kirschlorbeer, der an genannter Stelle wuchs, ist besonders hartnäckig. Um ihn wirklich zu vertreiben, muss die ganze Wurzel mit ausgegraben werden. Sonst ist er sofort wieder da», erklärt Michiel Hartman. 

Ausgegrabene Neophyten eintauschen

Wie wichtig die Kampagne und entsprechendes Handeln ist, zeigt sich auch daran, dass sich alle zwölf NNP-Gemeinden – alle Gemeinden aus dem Bezirk Meilen plus die Gemeinde Egg – für das Projekt einsetzen. In jeder Gemeinde wurde eine Kontaktperson bestimmt, die der Bevölkerung unterstützend zur Seite steht; in Meilen ist es Sarah Marthaler. Über das ganze Jahr 2019 finden auch verschiedene Aktivitäten zum Thema statt. Die Gemeinde Meilen betreibt am Wuchemärt vom 31. Mai und zusätzlich am Samstag, 1. Juni einen Stand, an dem ausgegrabene und ausgerissene Neophyten gegen einheimische Wildstauden eingetauscht werden können. 

Weitere Informationen zu dieser Aktion finden Sie in der nächsten Ausgabe des Meilener Anzeigers. 

xeiro ag