Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Ich schäme mich für Meilen

An der Vernissage im Ortsmuseum vom vergangenen Freitag («Malen einmal anders») war es ein Vergnügen zu sehen, mit welcher Freude, mit welchem Stolz auf das Geleistete die Bewohnerinnen und Bewohner der Martin Stiftung Erlenbach ihren Anlass genossen.

Nicht nur die ausgestellten Bilder sind hervorragende Kunst, sondern auch die musikalische Darbietung war ein Genuss. Dieses Leuchten in den Augen, dieses Strahlen im Gesicht bei den Mitwirkenden war unglaublich. Man ahnte, wie viel Anstrengung, wie viel Leistung dies den Teilnehmenden abfordert.

Aber ich schämte mich für Meilen. Es waren etwa zehn Meilemer und Meilemerinnen anwesend. Wo blieb der Rest? 

Sonst ist das Kellergewölbe bei Vernissagen voll. Hat man Angst vor der Kunst Behinderter oder versteht man sie nicht? Die Bilder können zu einem Preis von 35 bis 100 Franken erworben werden und sind künstlerisch oft viel mehr wert als manch teures Bild etablierter Kunstschaffender. Und wo war die Behörde? Weshalb hat Herr Göldi nicht einige Worte der Begrüssung an all diese Menschen gerichtet? Vom Präsidenten der Sozialkommission könnte man dies doch erwarten – aus Respekt vor einer Stiftung, deren Leute enorm viel leisten, und als Würdigung von Menschen mit kognitiver Behinderung, die in ihrer Kunst uns allen enorm viel zurückgeben.

 

xeiro ag